DJ EZB/Stark: Griechenlands Pläne gehen in die richtige Richtung
FRANKFURT (Dow Jones)--Griechenland befindet sich nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark auf einem guten Weg, um seine Haushaltsprobleme in den Griff zu bekommen. Die griechische Regierung habe "die Notwendigkeit für Anpassungsschritte" erkannt und damit "einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan", sagte Stark in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit "Deutsche Welle". Nothilfen für Athen sind seiner Einschätzung nach aber nicht nötig.
Probleme gibt es nach Aussage von Stark auch in anderen Staaten des Euroraums. "Natürlich gibt es Probleme in einzelnen Ländern, aber ich glaube, dass die Probleme anderer Natur sind", sagte das EZB-Direktoriumsmitglied. Als Vertreter der EZB habe er den Blick jedoch auf den gesamten Euroraum.
Stark sieht keine Notwendigkeit, den massiv verschuldeten Staaten des Euroraums finanziell unter die Arme zu greifen. "Ich halte die Überlegungen, zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn auch in der strengen Auflage, nicht für ein notwendiges Instrument", betonte Stark. Dies sei auch nicht mit den Regeln der Währungsunion vereinbar. Außerdem gehe es nicht um die Mittelvergabe, "sondern um die Anpassungsprozesse, die auf der nationalen Ebene notwendig sind, um mit den Bedingungen der Währungsunion umzugehen."
Stark lobte in diesem Zusammenhang die von der irischen Regierung angesichts der massiven Staatsverschuldung eingeleiteten Schritte. "Insbesondere Irland hat wirksame Maßnahmen ergriffen, um sein öffentliches Defizit in den Griff zu bekommen. Es hat Lohnsenkungen im öffentlichen Sektor beschlossen und damit auch ein Stück mehr Glaubwürdigkeit erreicht", sagte das EZB-Direktoriumsmitglied. Dies sei ein ganz wichtiger Schritt gewesen.
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February 05, 2010 11:59 ET (16:59 GMT)
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