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UPDATE: Praktiker will nach Jahresverlust zu alten Renditen zurück

DJ UPDATE: Praktiker will nach Jahresverlust zu alten Renditen zurück

(NEU: Details aus der Bilanzpressekonferenz)

Von Natali Schwab 
   Dow Jones Newswires 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG will mit ihrer strategischen Neuausrichtung mittelfristig wieder an frühere Renditen anknüpfen. Mit dem im Herbst aufgelegten Programm "Praktiker 2013" sollen in einem Abschnitt von drei Jahren Umsatz, Rohertragsmarge sowie Ergebnis erheblich gesteigert werden. 2009 wurde der Konzern von der Wirtschaftskrise stark belastet und schrieb unter dem Strich rote Zahlen.

Zuerst im Blick hat der Konzern mit seinem Programm die Marke Praktiker in Deutschland. "Hier wollen wir spätestens 2013 bei der EBITA-Marge eine 3 vor dem Komma erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Werner am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. 2009 waren es 0%. Eine höhere Anzahl von Rabattaktionen, um den Umsatz zu stimulieren und hohe Warenbestände zu verringern, waren der Grund dafür.

Bei Praktiker in Deutschland will der Konzern die Modernisierung und Standardisierung seines Filialnetzes vorantreiben. Der Anteil der Eigenmarken soll auf rund 40% (09: 27%) gesteigert werden. Dabei sollen die Marken bis auf die Einstiegsmarke Budget künftig unter dem einheitlichen Label "Praktiker" laufen. Weiter prüft der Konzern auch einen Multi-Channel-Vertrieb, inklusive eines Online-Shops.

Auch die ertragsstärkere Marke Max Bahr soll ihren Anteil an Eigenmarken steigern - auf 50%. Das Angebot soll künftig auf umfangreiche Leistungspakete - neben Beratung und Verkauf auch Auf- und Einbau beim Kunden - konzentriert werden. Max Bahr hatte als einziger Geschäftsbereich 2009 seine EBITA-Marge gesteigert und hier 4,6% erzielt. "Dieses Niveau gilt es zu halten und dauerhaft abzusichern", sagte Werner.

Das internationale Geschäft war am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen, die Nachfrage brach ein, eine massive Abwertung vieler ost- und südeuropäischer Währungen tat ein Übriges. Die Erwartung, dass sich zumindest die negativen Währungseffekte zum Jahresende abmildern würden, hat sich dem Vorstandsvorsitzenden Werner zufolge nur ansatzweise erfüllt. Ein besonderer Punkt war die Situation in Griechenland, der wichtigste Umsatz- und Ergebnistreiber im Auslandsportfolio, und dies belastete den Umsatz weiter.

Die EBITA-Marge im internationalen Geschäft ermäßigte sich 2009 auf 3,1% Hier will Praktiker mittelfristig wieder mindestens 6% erreichen.

Im Konzern wirkten sich negative Währungseffekte mit rund 13 Mio EUR beim EBITA aus, welches sich auf 62,8 (128,8) halbierte. Der Vorstand nannte dieses Ergebnis dennoch "angemessen", es liege im Rahmen der Erwartungen. Vor Steuern stand ein Plus von noch 18,5 (79,5) Mio EUR. Der Umsatz war um 6,2% auf 3,7 Mrd EUR rückläufig.

Unter dem Strich verzeichnete der Praktiker-Konzern einen Nettoverlust von 10,6 (Vorjahr: Gewinn von 3,35) Mio EUR. Negativ wirkten sich gestiegene Zinsaufwendungen sowie niedrigere Zinserträge aus. Zudem stieg die Steuerquote erheblich an. Zum einen musste Praktiker eine einmalige Sondersteuer in Griechenland über 2,5 Mio EUR für Gewinne aus dem Jahr 2008 zahlen. Hinzu kämen einige nicht zahlungswirksame Faktoren. So minderten etwa negative Währungseffekte das nach IFRS ausgewiesene Konzernergebnis, nicht aber die steuerliche Bemessungsgrundlage in den Länderabschlüssen. Außerdem wurden latente Steuern auf Verlustvorträge teilweise nicht aktiviert.

Bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen wies Praktiker einen Jahresüberschuss von 8,7 (79,5) Mio EUR aus.

Positiv entwickelte sich dagegen die Liquiditätssituation. Die flüssigen Mittel zum Jahresende stiegen auf 263 (233,3) Mio EUR. Praktiker habe einen finanziellen Spielraum von rund 500 Mio EUR, berichtete der Finanzvorstand Thomas Ghabel. Die Nettoverschuldung blieb mit 197 Mio EUR nahezu auf Vorjahresniveau. Erst im September 2011 stehe die nächste Refinanzierung an.

Für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen leicht wachsenden Umsatz. Das EBITA soll sich dagegen deutlich verbessern. Mit dem Verlauf des ersten Quartals zeigte sich Ghabel "bislang nicht zufrieden." Der harte und lange Winter habe zu einer erheblichen Kaufzurückhaltung geführt. Jedoch seien die ersten drei Monate nicht die entscheidenden bei Praktiker. Für das Frühjahr gehe der Konzern von einer Geschäftsbelebung aus.

Webseite: www.praktiker.com 
 
   -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, Tel 069 29725119, 
   natali.schwab@dowjones.com 
   DJG/nas/jhe 
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

March 26, 2010 06:39 ET (10:39 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.

© 2010 Dow Jones News
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