Bundesagentur: Weniger Arbeitslose im Jahresdurchschnitt
NÜRNBERG - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet angesichts des kräftigen Arbeitsmarktaufschwungs im Jahresdurchschnitt 2010 nur noch mit 3,2 Millionen Erwerbslosen. Bisher war die BA von 3,4 Millionen Arbeitslosen ausgegangen. Die positive Entwicklung mache eine Korrektur der Prognose erforderlich, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag in Nürnberg. Entsprechend geringer werde das für 2010 erwartete Defizit der Bundesagentur ausfallen. Statt mit 15 Milliarden Euro rechne er jetzt nur noch mit einem Defizit von 11,3 Milliarden Euro. Nach Abzug der Rücklagen sei daher nur noch ein Bundeszuschuss von 8,4 Milliarden Euro erforderlich, erläuterte Weise.
Deutschland: Arbeitslosenzahl steigt um 39.000 auf 3.192 000
NÜRNBERG - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 39.000 auf 3.192.000 gestiegen. Das waren aber 271.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,2 Prozent gelegen.
Deutschland: Saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sinkt in etwa wie erwartet
NÜRNBERG - In Deutschland ist die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen im Juli ungefähr wie erwartet gesunken. Sie fiel im Vergleich zum Vormonat um 20.000, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 21.440 Arbeitslose gerechnet.
Brüderle: Unterschreitung der 3-Millionen-Marke in Sicht
BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht Konjunktur und Arbeitsmarkt auf einem guten Weg. "Die Aussichten sind gut, dass wir bei der Arbeitslosigkeit zum Ende dieses Jahres die 3-Millionen-Marke unterschreiten", hieß es in einer Stellungnahme des Ministers vom Donnerstag in Berlin. Konjunkturelle Erholung und bessere Lage am Arbeitsmarkt beflügelten sich gegenseitig.
Von der Leyen: Mit Optimismus in den Herbst
BERLIN - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schätzt die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv ein. Es gebe "gute Gründe, mit Optimismus in den Herbst zu gehen", erklärte die Ministerin am Donnerstag in Berlin. Die jüngsten Zahlen zeigten: "Die Einstellungsbereitschaft wächst; die Unternehmen bauen Beschäftigung auf."
DGB: Kein Jobwunder - Arbeitgeber: Aufschwung nicht gefährden
BERLIN - Für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt "kein Jobwunder". Grund für die im Jahresvergleich gesunkene Erwerbslosenzahl sei auch die demografisch bedingte Abnahme bei der Zahl der Arbeitskräfte, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Donnerstag in Berlin. Deren Zahl sei im letzten Jahr um schätzungsweise 110.000 gesunken.
Eurozone: BCI-Geschäftsklima hellt sich im Juli auf
BRÜSSEL - Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Juli nach der Pause im Vormonat wieder deutlich aufgehellt. Der Business Climate Indicator (BCI) sei von 0,40 auf 0,66 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Der Vormonatswert wurde leicht nach oben revidiert. Ursprünglich waren für Juni 0,37 Punkte ausgewiesen worden.
Eurozone: Wirtschaftsstimmung hellt sich im Juli deutlich auf
BRÜSSEL - Im Euroraum hat sich die Wirtschaftsstimmung im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Der Economic Sentiment Index (ESI) sei von revidiert 99,0 (zunächst 98,7) Punkten im Vormonat auf 101,3 Punkte gestiegen, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Volkswirte hatten lediglich mit 99,0 Punkten gerechnet. Vor allem die verbesserten Werte aus Deutschland hätten zu dem Anstieg beigetragen.
Frankreich: Erzeugerpreise bleiben im Juni unverändert
PARIS - In Frankreich sind die Erzeugerpreise im Juni unverändert geblieben. Im Vergleich zum Vormonat hätten die Erzeugerpreise stagniert, teilte die Statistikbehörde Insee am Donnerstag in Paris mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte sich das Preisniveau noch um 0,4 Prozent erhöht. Im Mai habe sich vor allem der Anstieg der Preise für Ölprodukte bemerkbar gemacht, die im Juni nicht mehr gestiegen seien, schreibt Insee.
Italien: Geschäftsklima steigt im Juli auf Zweijahreshoch
ROM - In Italien ist die Unternehmensstimmung im Juli auf ein Zwei-Jahres-Hoch gestiegen. Der entsprechende Index sei von revidiert 96,3 (zunächst 96,1) Punkten im Vormonat auf 98,6 Punkten gestiegen, teilte das Forschungsinstitut ISAE am Donnerstag in Rom mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit 96,3 Punkten für Juli gerechnet. Die Aufträge und die Nachfrage seien gestiegen, während die Produktionserwartungen stabil geblieben seien.
Spanien: Jahresinflationsrate steigt im Juli unerwartet deutlich
MADRID - In Spanien ist die Jahresinflationsrate im Juli unerwartet deutlich gestiegen. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sei um 1,9 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat geklettert, teilte die spanische Statistikbehörde (INE) am Donnerstag in Madrid laut einer ersten Schätzung mit. Dies ist der kräftigste Schub seit November 2008. Im Juni waren die Preise noch um 1,5 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten im Schnitt für Juli nur ein Plus von 1,7 Prozent erwartet.
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken etwas stärker als erwartet
WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche etwas stärker als erwartet gesunken. Die Zahl sei um 11.000 auf 457.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Experten hatten mit einem Rückgang auf 459.000 Anträge gerechnet. Der Vorwochenwert wurde von 464.000 auf 468.000 Anträge nach oben revidiert. Im aussagekräftigeren Vier-Wochen-Durchschnitt sank die Zahl der Erstanträge leicht um 4.500 auf 452.500.
Japan: Einzelhandelsumsatz steigt im Juni wie erwartet
TOKIO - In Japan sind die Einzelhandelsumsätze im Juni wie erwartet gestiegen. Die Umsätze erhöhten sich im Jahresvergleich um 3,2 Prozent, teilte die Regierung am Donnerstag in Tokio mit. Volkswirte hatten dies erwartet. Es war der sechste Anstieg in Folge. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Einzelhandelsumsätze um 0,4 Prozent. Im Mai hatten die Raten bei plus 2,9 Prozent (Jahr) und minus 2,0 Prozent (Monat) gelegen.
Ifo: Leichter Anstieg der Investitionen in westdeutscher Industrie erwartet
MÜNCHEN - Bei den westdeutschen Industrieinvestitionen ist nach Einschätzung des Ifo Instituts im laufenden Jahr mit einem leichten Anstieg zu rechnen. Die Investitionen dürften sich nach dem Einbruch im vergangenen Jahr 2010 nominal und real um rund vier Prozent erhöhen, teilte das Ifo Institut am Donnerstag in München auf Basis einer Umfrage bei fast 1.900 Unternehmen mit. Als Investitionsmotiv würden Erweiterungen am häufigsten genannt. 2009 hatte das westdeutsche verarbeitende Gewerbe deutlich weniger investiert. Mit einem Investitionsvolumen von 38,1 Milliarden Euro gingen die Investitionen in neue Bauten und Ausrüstungsgüter 2009 zum Vorjahr (nominal und real) um ein Viertel zurück. Nur 1993 sei ein annähernd starker Rückgang verzeichnet worden.
Finanzamt muss Kosten für Arbeitszimmer berücksichtigen
KARLSRUHE - Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer müssen steuermindernd berücksichtigt werden, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in einem am Donnerstag bekanntgegebenen Beschluss. Die im Jahr 2007 eingeführte Beschränkung der Abzugsmöglichkeiten sei verfassungswidrig, so das Gericht (Az. 2 BvL 13/09).
Ministerium kündigt Neuregelung zu Arbeitszimmern an
BERLIN - Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgericht zur leichteren steuerlichen Absetzbarkeit von Arbeitszimmern hat das Bundesfinanzministerium eine baldige Neuregelung angekündigt. Die finanziellen Auswirkungen könnten erst auf Grundlage eines konkreten Gesetzentwurfs abgeschätzt werden, teilte das Ministerium am Donnerstag in Berlin mit. Das Karlsruher Gericht hatte entschieden, dass die Kosten für ein Arbeitszimmer steuermindernd berücksichtigt werden müssen, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Wirtschaftsjunioren für Weiterbildung im Urlaub
BERLIN - Bildung statt Ballermann - der Verband der Wirtschaftsjunioren (WJD) nutzt die Sommerpause, um sich mit einem besonderen Vorschlag Gehör zu verschaffen. Die jungen Unternehmer fordern, dass die deutschen Arbeitnehmer ihre Urlaubstage zur Fortbildung verwenden. Die Bundesvorsitzende des Verbands, Eva Fischer, sagte der "Bild"-Zeitung: "Jeder muss bereit sein, Urlaubstage für die Weiterbildung zu nutzen." Jeder Arbeitnehmer sei verpflichtet, die eigene Attraktivität für die Firma zu steigern. Fischer gab daher als Devise aus: Bildung statt Ballermann. Der WJD ist nach eigenen Angaben mit 10.000 Mitgliedern im Alter zwischen 18 und 40 Jahren der bundesweit größte Verband für junge Unternehmer und Führungskräfte.
Experte: Tarifeinheit-Erhalt verfassungsgemäß
BERLIN - Die geplante Absicherung der ins Wanken geratenen Tarifeinheit in Betrieben ist nach Auffassung des Staatsrechtlers Rupert Scholz "eindeutig" verfassungsgemäß. Um "englische Verhältnisse" in Deutschland zu verhindern, müsse der Gesetzgeber dies über eine Änderung des Tarifvertragsgesetzes in die Hand nehmen. Scholz legte dazu am Donnerstag ein von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten vor.
Gewerkschaften klagen gegen Sparprogramm
ATHEN - Griechische Gewerkschaften haben gegen das harte Sparprogramm der Regierung Klage beim höchsten Verwaltungsgerichtshof des Landes eingereicht. Ihrer Ansicht nach zerstören die Maßnahmen die Errungenschaften vergangener Arbeitnehmergenerationen und sollten zurückgenommen werden. "Wir werden hart kämpfen und uns durchsetzen. Das mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Zentralbank (EZB) vereinbarte Sparprogramm verletzt unsere Arbeitsrechte massiv", sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY), Ilias Iliopoulos, am Donnerstag im griechischen Fernsehen.
Protest der Lastwagenfahrer - Tumulte in Athen
ATHEN - Bei einem Protest von rund 150 aufgebrachten griechischen Lastwagenfahrern vor dem Verkehrsministerium in Athen ist es am Donnerstag zu Tumulten gekommen. Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Junta" und "Diebe" und bewarfen die Polizei mit Mineralwasserflaschen. Die Beamten setzten begrenzt Tränengas ein, wie das Fernsehen zeigte. Verletzt wurde niemand. Ungeachtet der Regierungsentscheidung, die Tank- und Lastwagenfahrer zum Dienst zu verpflichten, blieb die Versorgungslage am Donnerstag angespannt.
Notstand: Schwarzenegger schickt Beamte in Zwangsurlaub
SAN FRANCISCO - Drastische Maßnahmen gegen einen möglichen Finanzkollaps in Kalifornien: Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat am Mittwoch einen Finanznotstand erklärt und als sofortige Sparmaßnahme für mehr als 200.000 Staatsangestellte unbezahlten Zwangsurlaub angeordnet. Von August an sollen sie drei Tage pro Monat nicht zur Arbeit gehen und damit auch kein Gehalt kassieren.
IWF gewährt Ukraine Milliardenkredite
WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds hat der Ukraine Überbrückungskredite in Höhe von 15,15 Milliarden Dollar gewährt. Wie der IWF am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte, sollen mit den auf einen Zeitraum von 29 Monaten angelegten sogenannten Bereitschaftskreditvereinbarung die Wirtschaftsreformen der Regierung unterstützt werden. Eine erste Tranche in Höhe von 1,89 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) sei sofort verfügbar. Der Rest werde nach vierteljährlichen Überprüfungen freigegeben.
/rob/he
AXC0259 2010-07-29/17:21
