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20.01.2012 | 22:06
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Osnabrück (ots) - Grenzen des Gigantismus

Die Havarie der "Costa Concordia" vor der italienischen Küste besiegelt nicht den Untergang der Kreuzfahrtbranche. Zu viel deutet auf menschliches Versagen hin, als dass die reisefreudige Kundschaft nun in Angst und Panik ausbrechen würde.

Gleichwohl zeigt das Unglück von Giglio, dass selbst höchste Sicherheitsstandards wenig nützen, wenn der Mensch schwere Fehler macht. Im Fall der "Costa Concordia" dürfte die Zahl der Todesopfer wohl nur deshalb vergleichsweise niedrig ausfallen, weil viele Passagiere sich selbst retten konnten. Was aber, wenn das Schiff auf hoher See gekentert wäre? Der Trend der Reedereien, immer größere Schiffe bauen zu lassen, könnte sich hier rächen: Je mehr Passagiere an Bord sind, desto schwieriger wird eine Evakuierung. Der Gigantismus auf den Weltmeeren - das derzeit größte Kreuzfahrtschiff bietet Platz für 6300 Passagiere und 2100 Besatzungsmitglieder - ist aber auch aus ökologischer Sicht höchst fragwürdig. Einer aktuellen Studie zufolge stößt ein Ozeanriese so viele Luftschadstoffe aus wie fünf Millionen Autos - dabei gibt es längst Pläne für umweltfreundlichere Antriebe.

Reedereien und Werften müssen beides, Sicherheit und Umweltverträglichkeit, berücksichtigen. Dieses Plus an Qualität hat selbstverständlich seinen Preis. Den aber sollten die Kunden zu zahlen bereit sein, um wirklich ruhigen Gewissens reisen zu können.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58964 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58964.rss2

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