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Retest oder Fehlsignal

von Jochen Steffens

Der DAX hat nun sein erstes Bewegungshoch nach dem Crash im Jahr 2011 bei 6.430 Punkten wieder von oben getestet. In diesem Bereich muss er drehen, ansonsten wird es kritisch.

Sollte er nachhaltig unter diese Marke fallen, werden die bullishen Signale sofort negiert. Zudem besteht die Gefahr eines Fehlsignals, das eine weitere Konsolidierung einleitet.

Noch ist es allerdings nur ein normaler Retest dieses Widerstands. Diese sind, sofern es im Anschluss dazu zu einer Fortsetzung der dynamischen Aufwärtstrendbewegung kommen sollte, trendbestätigend.

Probleme in der EU

Auslöser für die heutige Konsolidierung sind direkt mehrere Faktoren:

Zum einen wirken sich die wieder zunehmenden Probleme in Griechenland belastend aus. Der Druck auf Griechenland wächst, die Reformen voranzutreiben und die Reformversprechungen einzuhalten, ansonsten sind weitere Hilfsgelder in Gefahr. Als problematisch wird mittlerweile wieder der Verlauf der Verhandlungen Athens mit privaten Gläubigern eingestuft. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass der neue Bericht der Experten von EU-Kommission, dem IWF und der EZB (Troika) ungünstig ausfallen könnte. Auch die Diskussionen um eine stärkere europäische Kontrolle des Sanierungsprogramms in Griechenland waren wenig hilfreich, um die Märkte zu beruhigen.

Auf der anderen Seite scheinen Sorgen im Zusammenhang mit dem mit Spannung erwartete EU-Gipfel einige Anleger zu ersten Verkäufen zu bewegen. Zwar soll hier vor allem der ständige europäische Rettungsschirm ESM gebilligt werden, Anleger erwarten jedoch darüber hinaus auch weitere Informationen zur Lage und zum weiteren Vorgehen der EU in Griechenland.

Politische Börsen

Kurz: Wieder einmal hat die Politik die Märkte im Griff. Wir kennen das und wir mögen es nach wie vor nicht. Es ist nahezu unmöglich, all die Probleme in den verschiedenen Ländern, alle möglichen Einflussfaktoren und auch noch diverse Aussagen verschiedenster Politiker in eine vernünftige Prognose einfließen zu lassen. Und so wird die Lage wieder einmal, solange es um diese politische Börse geht, undurchsichtig.

Erholung in den USA

Wir können aber in den USA eine leichte Erholung der Wirtschaft erkennen und das ist positiv (auch wenn das US-BIP am Freitag enttäuschte). Das heißt für die Börsen: Eigentlich sind sie auf der Unterseite gut unterstützt. Daneben existiert ein gewisser Kaufdruck, der aus dem Anlagenotstand vieler Anleger entsteht. Wenn also die Probleme in der EU nicht dazwischenfunken, würde das alles für einen nachhaltigeren Aufwärtstrend sprechen.

Doch wie heißt es so schön: Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre ...

Target-Trend-Methode

Auf dem Trader-Treffen in Köln wurde mir mehrfach die Frage gestellt, warum ich denn im Steffens Daily den DAX nicht mehr als Target-Trend-Chart darstelle. Die Analysen hätten doch perfekt funktioniert.

Da ich schätze, dass diese Frage noch andere interessiert, hier die Antwort:

Durch den Einbruch im August vergangenen Jahres sind im Moment die Kästchen der Rechteckmethode nicht eindeutig definierbar. Und somit ist eine klare, sprich übersichtliche Prognose, schwierig. Ich müsste jedes Mal sehr viel zu den Charts schreiben, fürchte aber das würde nur verwirren. Sobald die Linien wieder eindeutiger und klarer zu definieren sind, werde ich mit den Prognosen der Target-Trend-Methode fortfahren. Schließlich möchte ich an die Serie der perfekten Prognosen der vergangenen Jahre anknüpfen.

Der aktuelle Target-Trend-Chart

Für diejenigen, die meine aktuelle Analyse mit der eigenen abgleichen möchte:



Eingezeichnet sind die alten Rechtecke (blau), die auch immer noch sehr gut funktionieren und die möglichen neuen (rot). Welche sich nun durchsetzen ist noch nicht eindeutig geklärt.

Interessant ist, dass die Aufwärtstrendlinien (grün - Parallelen zum alten Trend) perfekt das Tief des Crashs beschreiben und damit nicht neu eingezeichnet werden müssen. Auch die Konsolidierungslinien (rot, abwärtsgerichtet) haben ihre Relevanz auch nach dem Crash behalten.

Die gelben Kreise sind lediglich Beta-Targets. Ein wirkliches (und relevantes) Alpha-Target findet sich zurzeit in dieser Betrachtung jedoch nicht.

Viele Grüße

Jochen Steffens

© 2012 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

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