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XETRA-MITTAG/Daimler sorgt für gute Stimmung - Notenbanken im Blick

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt verliert am Donnerstagmittag etwas an Schwung. Der DAX liegt zwar gegen 12.58 Uhr MEZ noch immer mit 0,6 Prozent oder 40 im Plus bei 6.786 Punkten, temporär waren die Aufschläge beim deutschen Leitindex jedoch deutlich höher. Vor allem die Aussicht auf eine hohe Dividende von Daimler sorgt bei den Anlegern für gute Stimmung. In den ersten Handelsstunden sorgte noch die Hoffnung auf einen Befreiungsschlag in Athen für steigende Kurse. Dort wird jedoch weiter über Details der Sparmaßnahmen gerungen.

Uneins sind sich die Politiker vor allem bei Rentenkürzungen im Umfang von 300 Millionen Euro. Konkretes ist bislang nicht bekannt. Ein hoher Vertreter der Europäischen Union sagte, Griechenland habe noch bis Sonntag Zeit, sich in der Frage der Rentenkürzungen zu einigen.

Damit geht die Hängepartie also weiter. "Mit jedem DAX-Punkt, den wir in Erwartung positiver Nachrichten weiter hochlaufen, nimmt das Risiko nach unten zu, falls die immens hohen Erwartungen nicht erfüllt werden", warnt der Händler. "Es ist ein reiner Sentimentmarkt, der von Schlagzeilen getrieben wird", sagt ein anderer Marktteilnehmer.

Bei den meisten der von den Hilfsgebern geforderten Reformen konnten sich die Parteispitzen der griechischen Drei-Parteien-Koalition einigen. Nach Börsenschluss trifft sich in Brüssel die Eurogruppe. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat angekündigt, dorthin zu reisen und ein positives Urteil der Finanzminister der Eurozone zu den griechischen Sparvorschlägen einzuholen.

Neben dem schier unendlichen Gezerre um einen Schuldenschnitt und ein zweites Rettungspaket für Athen könnten vor allem die Notenbanker am Mittag Impulse setzen. Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche in Großbritannien dürfte die Bank of England (BoE) abermals das Volumen des Kaufprogramms für Staatsanleihen aufstocken. Die meisten Ökonomen erwarten einen Aufschlag von 50 Milliarden Pfund Sterling, einige Volkswirte rechnen gar mit zusätzlichen 75 Milliarden Pfund. Das könnte die Börsen zusätzlich antreiben.

Auch die EZB wird am Mittag über die künftige Geldpolitik entscheiden. Im Gegensatz zur BoE dürfte die Euro-Notenbank aber zunächst Kurs halten. Schließlich steht der zweite Dreijahrestender zur Versorgung der Banken mit Liquidität erst Ende des Monats an. Dessen Auswirkungen wird EZB-Präsident Mario Draghi wohl erst einmal abwarten. Das erste dieser langfristigen Refinanzierungsgeschäfte verbesserte die Refinanzierungsbedingungen für Europas Kreditinstitute bereits deutlich und trieb die Aktienkurse nach oben.

Für Kursbewegungen sorgen vor allem Geschäftszahlen von Unternehmen. Die so genannte Berichtssaison ist in vollem Gang. Mit Daimler und HeidelbergCement haben auch zwei DAX-Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Aktien von Daimler führen mit einem Plus von 3,50 Prozent auf 46,19 Euro die Kursgewinner im DAX an. Die Stuttgarter haben beim operativen Gewinn 2011 etwas besser angeschnitten als von Analysten im Konsens erwartet. Auch die vorgeschlagene Dividende liegt mit 2,20 Euro je Aktie über der Konsensprognose von 2,04 Euro. Im Sog von Daimler legen auch BMW um 3 Prozent zu und VW um 1,7 Prozent. Auch die Zulieferer der Automobilbranche wie ThyssenKrupp, Continental und ElringKlinger legen zwischen 1 und 2,6 Prozent zu.

HeidelbergCement hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet als Analysten im Konsens erwartet hatten. Neben Kosteneinsparungen profitierte das Unternehmen von einem milden Winter. Die Aktie, die zuletzt bereits stark gestiegen war, verliert 1 Prozent auf 38,34 Euro.

Siemens büßen 0,7 Prozent auf 75,52 Euro ein. Der Industriekonzern könnte das mittelfristiges Umsatzziel von 100 Milliarden Euro anders erreichen als bisher geplant. Das selbstgesteckte Umsatzziel gelte zwar weiter, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Aber vielleicht muss man die Route neu berechnen," fügte er hinzu.

Der Modekonzern Hugo Boss hat im vierten Quartal mehr Umsatz und Gewinn erzielt, als vom Management und von Analysten erwartet. Dazu trug nicht zuletzt der Absatz in den hauseigenen Filialen bei. Die Aktie steigt um 1,6 Prozent auf 78,00 Euro. "2011 war ein weiteres Rekordjahr für Hugo Boss. Und auch das Jahr 2012 hat für uns gut begonnen", sagte der CEO Claus-Dietrich Lahrs.

HeidelbergerDruck sind mit einem Abschlag von 6,2 Prozent auf 1,51 Euro der größte Kursverlierer unter den deutschen Standardwerten. Die britische Bank HSBC hat die Aktie abgestuft und begründet dies damit, dass der Hersteller von Druckmaschinen auch im laufenden Geschäftsjahr einen beachtlichen Verlust einfahren dürfte.

DJG/bek/flf 

(END) Dow Jones Newswires

February 09, 2012 06:59 ET (11:59 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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