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Negative Griechenland-Nachrichten lassen Wall Street nachgeben

NEW YORK (Dow Jones)--Eine ganze Reihe negativer Nachrichten aus Griechenland, die eine Einigung auf das vereinbarte Sparprogramm wieder unwahrscheinlicher machen, haben zum Wochenausklang an Wall Street für fallende Kurse gesorgt. Das angesichts der Verweigerungshaltung der griechischen L.A.OS-Partei gestiegene Risiko eines unkontrollierten Zahlungsausfalls der Hellenen drückte deutlich auf das Sentiment. Dazu kamen noch überraschend schwache US-Konjunkturdaten. Kurs vor Handelsende kam es allerdings zu einer leichten Erholung der Indizes von ihren Tagestiefs.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) reduzierte sich um 0,7 Prozent bzw 89 Punkte auf 12.801, nachdem er schon bis auf 12.744 Punkte gefallen war. Der S&P-500 verzeichnete einen Abschlag von 0,7 Prozent bzw 9 Punkten auf 1.343. Der Nasdaq-Composite schloss 0,8 Prozent bzw 23 Punkte niedriger bei 2.904. Dabei wurden wie am Vortag 0,75 Milliarden Aktien umgesetzt. Auf die lediglich 757 (1.544) Kursgewinner kamen 2.317 (1.513) -verlierer. Unverändert schlossen 76 (88) Titel.

Ausgelöst wurden die Verluste vom Chef der L.A.OS-Regierungspartei, Giorgios Karatzaferis. Er kündigte an, dem mit EU, EZB und IWF vereinbarten Sparprogramm nicht zuzustimmen. Damit ist eine der Bedingungen für das zweite Hilfspaket nicht mehr erfüllt. Die Troika besteht darauf, dass sich die Parteien der Koalition verpflichten, auch nach der für April geplanten Parlamentswahl die Sparauflagen zu erfüllen. Rechnerisch steht derzeit aber noch eine klare Mehrheit hinter den Plänen, L.A.OS kommt nur auf 16 von insgesamt 256 Parlamentssitzen in Athen. Die Abstimmung über das Sparprogramm soll am Sonntag stattfinden.

Zudem sind mittlerweile sechs Kabinettsmitglieder zurückgetreten, weshalb es am Montag wahrscheinlich zu einer Umbildung des Kabinetts durch Ministerpräsident Lucas Papademos kommen wird. "Der Markt hatte zuletzt auf eine Einigung in der Schuldenkrise in Griechenland gesetzt, doch diese scheint nun wieder wesentlich weiter entfernt zu sein", sagte ein Teilnehmer. Es bleibe zu hoffen, dass es hier bald zu einer Lösung kommt und der Markt nicht längere Zeit mit der Ungewissheit leben muss, ergänzte ein Analyst.

Auch das Ergebnis der ersten Umfrage der Uni Michigan zur Stimmung der US-Verbraucher im Februar enttäuschte und belastete zusätzlich. So sank der Index überraschend auf 72,5 von 75,0 Punkten im Januar. Volkswirte hatten dagegen auch für Februar mit 75,0 Punkten gerechnet. Zudem hat die Ratingagentur Standard & Poor's 34 der 37 bewerteten italienischen Banken abgestuft. Darüberhinaus hat die Agentur die Risikobewertung des italienischen Bankensektors auf "4" von "3" geändert.

Überdurchschnittlich hoch fielen am letzten Handelstag der Woche die Verluste bei Finanzwerten und konjunktursensiblen Papieren aus: Alcoa gaben um 3,3 Prozent auf 10,29 Dollar nach und waren damit schwächster Wert im DJIA. Bank of America verloren 1,3 Prozent auf 8,07 Dollar und J.P.Morgan verzeichneten einen Abschlag von 0,7 Prozent auf 37,61 Dollar.

Die Aktien des Nobeljeans-Produzenten True Religion Apparel brachen um 27,6 Prozent auf 26,61 Dollar ein. Das Unternehmen will in diesem Jahr einen Gewinn von 1,88 bis 1,95 Dollar je Aktie erzielen. Diese Prognosespanne liegt rund ein Viertel unter der Konsensschätzung von Analysten von 2,37 Dollar.

Anders die Aktien des im Mai an die Börse gegangenen Business-Netzwerks LinkedIn: Sie zogen um 17,8 Prozent auf 89,96 Dollar an. Mit einem Gewinn von 0,12 Dollar je Aktie hat das Unternehmen im vierten Quartal 2011 deutlich besser abgeschnitten als Analysten im Konsens von 0,07 Dollar erwartet hatten. Der Umsatz hat sich im Vergleich zum vierten Quartal 2010 mehr als verdoppelt.

DJG/DJN/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2012 16:12 ET (21:12 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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