Der Autozulieferer ElringKlinger
Die weiter solide Fahrzeugnachfrage in Schwellenländern und Nordamerika hätten das Geschäft gestützt, hieß es. Der Umsatz verbesserte sich um 14 Prozent auf 569,8 Millionen Euro. Hier trugen die erstmalig einbezogenen Zukäufe 16,9 Millionen Euro bei. Bei Umsatz und Gewinn hatten Branchenexperten im Schnitt weniger erwartet.
Analysten lobten die Zahlen der Schwaben in ersten Reaktionen,
auch Anleger nahmen die Zahlen positiv auf: Die Aktie legte am
Vormittag um über vier Prozent zu und setzte sich damit in die
Spitzengruppe des zum Vortag erholten MDax
OPERATIV STARKES WACHSTUM - AUFTRAGSEINGANG DEUTET AUF ROBUSTE NACHFRAGE
Eine starke Nachfrage nach Turboladern, Abgasdichtungen und Hitzeschilden habe maßgeblich zum Umsatzwachstum beigetragen, hieß es. Der Autozulieferer setzt vorwiegend auf Zubehörteile, die für die Emissionsreduktion und für verbrauchsärmere Motoren benötigt werden. Das wollen die Schwaben fortsetzen und sehen im Auftragseingang von 337 Millionen Euro dafür eine gute Grundlage. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic schrieb in einer ersten Reaktion, die Aufträge seien ein Zeichen für eine nach wie vor robuste Nachfrage.
Die Umsätze stiegen wie auch für das Gesamtjahr anvisiert stärker als die Kosten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das auch Wechselkurseffekte beinhaltet, legte dank teils niedrigerer Materialkosten um knapp 23 Prozent auf 75,6 Millionen Euro zu. Zudem griffen die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, teilte der Konzern mit. Anfang Mai war die tarifliche Lohnerhöhung um 4,3 Prozent in der deutschen Metallindustrie an den deutschen Standorten des Konzerns wirksam geworden.
ZUKÄUFE VERWÄSSERN MARGE WEITERHIN - FREUDENBERG BLEIBT IN SCHWARZEN ZAHLEN
ElringKlinger arbeitet weiter an der Integration der zugekauften Konzernteile. Die neue schweizerische Tochter Hug fuhr einen Vorsteuerverlust von 2,9 Millionen Euro im Halbjahr ein, 900.000 Euro davon noch im zweiten Quartal. Die vorwiegend in Frankreich agierenden ehemaligen Gesellschaften der Freudenberg-Gruppe schrieben knapp schwarze Zahlen. Insgesamt ergebe sich durch die Zukäufe ein verwässernder Effekt auf die Bruttomarge des Konzerns von knapp einem Prozentpunkt, hieß es.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 24,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 30,4 Millionen und damit auf gut 5 Prozent des Umsatzes. Langfristig verspricht sich der Konzern viel von neuen Produkten wie etwa den Zellverbindern für die Batterietechnik, die in Elektroantrieben zum Einsatz kommen sollen. Zahlreiche Entwicklungsprojekte und Aufträge für Prototypen hat der Konzern bereits an Land gezogen.
Den Ausblick auf das Geschäftsjahr behielt das Unternehmen bei. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern soll weiter zwischen 145 und 150 Millionen Euro landen, der organische Umsatz um 5 bis 7 Prozent steigen./men/she/kja
ISIN DE0007856023
AXC0067 2012-08-03/11:03
