Gewinnmitnahmen haben die wichtigsten
deutschen Aktienindizes am Montag ins Minus gedrückt. Für den
deutschen Leitindex Dax ging es nach acht Gewinntagen in
Folge um 0,30 Prozent nach unten auf 7.136,48 Punkte. Am Freitag
hatte der Dax bei mehr als 7.194 Punkten den höchsten Stand seit
Anfang August 2011 erklommen und sein Plus seit Jahresbeginn auf
mehr als 21 Prozent ausgebaut. Der beste Jahresstart in der über
zwanzigjährigen Geschichte des Börsenbarometers hatte für anhaltend
gute Laune gesorgt. Der MDax gab am Morgen 0,49 Prozent
ab auf 10.696,14 Punkte und der TecDax fiel um 0,21
Prozent auf 789,14 Punkte.
"Die gute Kursentwicklung seit Jahresbeginn und der große
Verfall an den Terminmärkten am vergangenen Freitag fordern ihren
Tribut. Investoren nehmen nun ihre teilweise üppigen Gewinne mit",
sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Die Märkte
folgten auch dem fast rund um die Uhr gehandelten Future auf den
weltweit bekanntesten Aktienindex Dow Jones Industrial aus
den USA, der auch bröckelte und zuletzt im Vergleich zu seinem Stand
zum Xetra-Schluss am Freitag 0,44 Prozent verlor. Zudem wird aus
technischer Sicht die Luft langsam dünner. Analyst Christoph Geyer
von der Vereinigung Technischer Analysten (VTAD) sagte: "Der Dax
könnte zwar noch etwas nach oben laufen und seine ersten Ziele über
7.200 Punkten ansteuern, aus zyklischer Sicht sollte aber in
absehbarer Zeit auch mal eine ausgeprägte Korrektur kommen."
ANALYSTENSTUDIEN BEWEGEN
Händler sprachen von einer insgesamt dünnen Nachrichtenlage auf
Unternehmensseite, so dass sich einige Analystenkommentare stärker
bemerkbar machten. So rutschten die Aktien von BMW nach
einer Abstufung durch Goldman Sachs zeitweise an das Dax-Ende. Sie
büßten zuletzt 1,14 Prozent auf 72,19 Euro ein. Schwächer waren
zuletzt Deutsche Bank mit minus 1,59 Prozent auf 38,550
Euro. Dabei hatten die Analysten von UBS und Barclays ihre Kursziele
erhöht. Händler begründeten das Minus aber mit der sehr starke
Kursentwicklung in den vergangenen Tagen und der europaweiten
Bankenschwäche. Im MDax dagegen schob eine Hochstufung durch
Commerzbank zusammen mit einer Zielerhöhung durch Equinet die Aktien
des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister mit plus 2,79
Prozent an die Spitze.
Die Aktien der Deutschen Post legten gegen den Trend
um 0,32 Prozent zu. Der US-Paketdienst United Parcel Sercive (UPS)
erhöhte für Börsianer wenig überraschend seine
Offerte für den niederländischen Rivalen TNT Express <2TN.FSE> auf nun 5,16 Milliarden Euro. Das dürfte den Weg frei
machen für eine Übernahme, die den europäischen Paketmarkt
aufmischen wird. Börsianer stellen aber auch hier eher auf positive
Analystenstudien der US-Bank Merrill Lynch und von UBS ab. Die
Papiere der Deutschen Lufthansa zeigten sich indes wenig
beeindruckt von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg,
wonach sich der Verkauf der Sparte BMI verzögern könnte. Nach
Informationen der "Sunday Times" könnte der Verkauf an die IAG
wegen Wettbewerbsbedenken sogar komplett
scheitern.
Die Dürr-Aktien zählten im MDax mit plus 0,84 Prozent
auf 45,585 Euro zu den wenigen Gewinnern. Die Papiere des
Maschinenbauers für die Automobilindustrie wurde an diesem Montag
für Heidelberger Druckmaschinen in den Index der
mittelgroßen Werte aufgenommen. Im TecDax ist die Aktie von Q-Cells
durch Euromicron , einen Spezialisten für
Netzwerke und Glasfaserkabel, ersetzt worden. Q-Cells rutschten um
8,01 Prozent ab, Euromicron verloren 1,75 Prozent./fat/ck
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0062 2012-03-19/10:43