Sony/Sharp: Japanische Seuche
Den Managern von Sony, Panasonic und Sharp fällt es noch immer schwer, Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten. Sie stehen inmitten ihres beschädigten Imperiums und wähnen sich erschüttert von Naturgewalten. Doch es war kein Tsunami, der Japans einstmals glorrreiche Elektronikindustrie so ramponierte, und auch nicht der starke Yen, der ihre Geschäfte schwer in Mitleidenschaft gezogen hat. Vielmehr ist sie über Jahre hinweg, in stillem Siechtum, ein Opfer ihrer eigenen Kultur geworden.
Zu lange waren die Konzernchefs von sich selbst überzeugt, haben voll auf Konsens gesetzt, auf Loyalität. Und es dabei versäumt, Veränderungen selbst anzustoßen oder aus der Mitte ihrer Unternehmen heraus zuzulassen. Insbesondere in einer Branche mit starkem Reifegrad ist das existenzgefährdend. Entweder kann ein Konzern sich mit Innovationen an der Spitze halten. Oder wenigstens die Produktionskosten so weit senken, dass er nicht abgehängt wird. Sony aber, ehedem mit Walkman, Discman, Playstation Kult in jedem Elektroniktempel, hat hier doppelt versagt.
Innovativ waren nur noch die anderen, die Konkurrenten aus Amerika, Korea und China. Sie haben den Markt revolutioniert - mit jeder Menge Smart-Produkten, mit Tablets und Ultrabooks. Und so entstanden neue Perlen der Elektronik: Apple, Samsung, LG. Sony dagegen macht mit seinen Fernsehern seit acht Jahren Millionenverluste und ist im Gesamtkonzern seit vier Jahren tief unter Wasser - neuerdings mit fünf Milliarden. In ähnlich prekärer Lage ist schon mancher Konzern mit ruhmvollem Namen untergegangen.
Sony, aber auch Panasonic und Sharp werden sich radikal infrage stellen müssen. Sie werden Antworten finden müssen auf die entscheidende Frage: Was können wir noch besser als unsere Wettbewerber? Dazu werden sie auch einen Kulturbruch vollziehen müssen. Entweder bleibt falsche Harmonie auf der Strecke. Oder das eine oder andere Unternehmen.
Die Leitartikel und weitere Kommentare finden Sie unter: http://www.ftd.de/meinungshungrige
Mit freundlichen Grüßen
G+J Wirtschaftsmedien AG & Co. KG
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Am Baumwall 11
20459 Hamburg
www.guj.de
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persönlich haftende Gesellschafterin: Druck- und Verlagshaus Gruner + Jahr Aktiengesellschaft |
Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRB 93683 | Vorstand: Dr. Bernd Buchholz (Vors.),
Dr. Torsten-Jörn Klein, Achim Twardy | Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Thomas Rabe (END) Dow Jones NewswiresApril 10, 2012 13:08 ET (17:08 GMT)
Den Managern von Sony, Panasonic und Sharp fällt es noch immer schwer, Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten. Sie stehen inmitten ihres beschädigten Imperiums und wähnen sich erschüttert von Naturgewalten. Doch es war kein Tsunami, der Japans einstmals glorrreiche Elektronikindustrie so ramponierte, und auch nicht der starke Yen, der ihre Geschäfte schwer in Mitleidenschaft gezogen hat. Vielmehr ist sie über Jahre hinweg, in stillem Siechtum, ein Opfer ihrer eigenen Kultur geworden.
Zu lange waren die Konzernchefs von sich selbst überzeugt, haben voll auf Konsens gesetzt, auf Loyalität. Und es dabei versäumt, Veränderungen selbst anzustoßen oder aus der Mitte ihrer Unternehmen heraus zuzulassen. Insbesondere in einer Branche mit starkem Reifegrad ist das existenzgefährdend. Entweder kann ein Konzern sich mit Innovationen an der Spitze halten. Oder wenigstens die Produktionskosten so weit senken, dass er nicht abgehängt wird. Sony aber, ehedem mit Walkman, Discman, Playstation Kult in jedem Elektroniktempel, hat hier doppelt versagt.
Innovativ waren nur noch die anderen, die Konkurrenten aus Amerika, Korea und China. Sie haben den Markt revolutioniert - mit jeder Menge Smart-Produkten, mit Tablets und Ultrabooks. Und so entstanden neue Perlen der Elektronik: Apple, Samsung, LG. Sony dagegen macht mit seinen Fernsehern seit acht Jahren Millionenverluste und ist im Gesamtkonzern seit vier Jahren tief unter Wasser - neuerdings mit fünf Milliarden. In ähnlich prekärer Lage ist schon mancher Konzern mit ruhmvollem Namen untergegangen.
Sony, aber auch Panasonic und Sharp werden sich radikal infrage stellen müssen. Sie werden Antworten finden müssen auf die entscheidende Frage: Was können wir noch besser als unsere Wettbewerber? Dazu werden sie auch einen Kulturbruch vollziehen müssen. Entweder bleibt falsche Harmonie auf der Strecke. Oder das eine oder andere Unternehmen.
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