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Aurubis beobachtet geringere Kupfernachfrage

SANTIAGO (Dow Jones)--Der Kupferkonzern Aurubis leidet unter einer geringeren Nachfrage seiner Kunden. In Europa habe sich das Geschäft um 5 bis 15 Prozent abgeschwächt, je nach Produkt und Markt, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Willbrandt im Interview mit Dow Jones Newswires. Die Kunden von Aurubis würden mit ihrer Auftragsvergabe vorsichtiger. Order würden zwar nicht storniert, aber verkleinert. Und die Kunden würden ihr Geschäft mit nur kleinen Lagerbeständen betreiben.

Dennoch zeigte sich der Manager zuversichtlich. Aurubis sei in einer guten Position für die Zeit, wenn sich die Nachfrage wieder belebt. Die Kathodenproduktion sei voll ausgelastet. Allerdings sei unklar, wann die Nachfrage in Europa sich wieder belebt, sagte der Manager.

Eine Prognose zur weiteren Entwicklung falle schwer. Aurubis sei aber zu Beginn des Jahres pessimistischer gewesen. Nun scheine die Entwicklung stabiler zu sein, es gebe keinen Ab- aber auch keinen Aufschwung. Investitionen in die Infrastruktur hätten insbesondere im Süden Europas nachgelassen. Besser sehe es im Norden aus, und die deutsche Autoindustrie entwickele sich weiterhin prächtig.

Den Kupferpreis sieht Aurubis im Laufe des Jahres weiterhin in der Spanne zwischen 8.000 und 8.500 US-Dollar je Tonne. Eine Volatilität der Preise mit einem stärkeren Auf und Ab sei aber möglich. Zu den Preissprüngen könnten die Unsicherheit über die Lage der Konjunktur und Spekulationen an den Finanzmärkten führen.

Weiter sagte Willbrandt, auch die Nachfrage in China habe sich abgeschwächt. Das Land werde jedoch nicht aufhören, in die eigene Infrastruktur zu investieren. Wenn die Prognosen für den Kupferbedarf zutreffen sollten, brauche das Land 400.000 bis 500.000 Tonnen, deshalb sei Aurubis nicht pessimistisch.

Das US-Geschäft von Aurubis bezeichnete Willbrandt als gesund. Ob die Nachfrage und das Wachstum dort nachhaltig sein werden, das könne niemand sagen, schränkte er jedoch ein.

Wie sich die Balance zwischen Nachfrage und Angebot entwickele, werde sich aber vor allem in den Schwellenländern entscheiden. China frage bereits 40 Prozent des weltweiten Kupferbedarfs nach. Das Land könne deshalb Probleme anderswo auf der Welt kompensieren. Wenn nichts Schlimmes passiere, werde es kein großes Überangebot in den kommenden Monaten geben.

Seine Branche bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als fragmentiert. Eine Konsolidierung tue deshalb Not, und Aurubis wolle sich daran beteiligen. Aus diesem Grund habe Aurubis auch schon die Walzproduktsparte von Luvata gekauft. Wachstum sei vor allem in Schwellenländern zu erwarten, deshalb wolle Aurubis dort seine Produkte anbieten. Der Konzern sei mit einem Zukauf aber nicht in Eile, schränkte der CEO ein.

-Von Andrea Hotter, Dow Jones Newswires, 
+49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/jhe/mgo 
 

(END) Dow Jones Newswires

April 17, 2012 13:45 ET (17:45 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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