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UPDATE: Risikovorsorge belastet Santander

--Nettogewinn bricht um nahezu ein Viertel ein

--Risikovorsorge um 51 Prozent aufgestockt belastet

--Börsengang der Mexiko-Tochter in Arbeit

(durchgehend neu)

Von Christopher Bjork 
DOW JONES NEWSWIRES 
 

MADRID (Dow Jones)--Banco Santander leidet unter Europas Schuldenkrise und der Wirtschaftsflaute im eigenen Land. Eine deutlich höhere Risikovorsorge ließ den Gewinn im ersten Quartal um nahezu ein Viertel einbrechen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit können immer mehr Verbrauchter ihre Kredite nicht mehr bedienen. Kasse machen will die Bank nun in Mexiko. Dort will sie ein Viertel ihrer Tochter an die Börse bringen.

Im ersten Quartal stockte die Banco Santander SA die Risikovorsorge um 51 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro auf, vorrangig für mögliche Kreditausfälle in Spanien und Portugal. Die guten Geschäfte in Lateinamerika konnten die Probleme im eigenen Land nur zum Teil ausgleichen.

Der Nettogewinn brach im Auftaktquartal um nahezu ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro ein. Analysten hatten mit einem um 40 Millionen Euro besseren Ergebnis gerechnet. Das Nettozinseinkommen der nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Bank Europas hinter der britischen HSBC wuchs um fast 11 Prozent auf 7,82 Milliarden Euro und damit etwas stärker als erwartet.

Die Bank will nun einen Teil ihrer schnell wachsenden Mexiko-Tochter zu Geld machen. Ein Viertel der Santander Mexiko soll noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden - vorausgesetzt die Konditionen stimmen.

Die mexikanische Bank könnte mit 15 bis 20 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Banco Santander hatte das noch nicht in ihrem Besitz befindliche knappe Viertel an der Mexiko-Tochter im Juni 2010 für 2,5 Milliarden Dollar von der Bank of America übernommen.

Der Deal würde dem Madrider Unternehmen Milliarden Dollar für weitere Akquisitionen in die Kasse spülen. Zudem könnte die Bank mit dem Erlös ihre Kapitaldecke zu einer Zeit stärken, zu der ihre Kreditverluste in Südeuropa auf Rekordniveau liegen.

Das Volumen der ausfallgefährdeten Kredite stieg per Ende März auf 32,56 Milliarden Euro verglichen mit 28,49 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Ihr Anteil am gesamten Kreditbuch lag damit bei knapp 4 Prozent.

In Spanien, wo etwa ein Viertel der Vermögenswerte der Bank liegt, lastet die anhaltende Wirtschaftsflaute auf dem Ergebnis. Das Heimatland trug nur 12 Prozent zum Gewinn bei. Mehr als das Doppelte kam mit 27 Prozent aus Brasilien. Allerdings kam dieser Wachstumsmotor im ersten Quartal ins Stottern. Not leidende Kredite und geringeres Kreditwachstum führten zu einem Gewinnrückgang in dem Land um 12 Prozent. Die Lage habe sich wieder verbessert, sagte Vorstandsvorsitzender Alfredo Saenz. Somit werde die Bank die prognostizierten 15 Prozent Plus beim Gewinn 2012 liefern können.

Insgesamt ging das Ergebnis in Lateinamerika um 4 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zurück. Auf dem europäischen Festland, wo Santander in Deutschland, Spanien, Portugal und Polen aktiv ist, brach der Gewinn um gut ein Drittel auf 584 Millionen Euro ein. In Großbritannien sank der Gewinn noch stärker, um 39 Prozent auf 306 Millionen Euro.

Der Markt reagierte zunächst positiv, die Aktie legte zu Handelsbeginn zu. Im Verlauf schlug die Stimmung um und der Kurs ging um 5 Prozent zurück. Das Papier lag damit fast am Ende des schwachen europäischen Bankensektors. Einige Analysten sehen das Wachstumspotenzial der Lateinamerikatöchter schwinden.

Vor allem aber sorgen sich die Investoren um die Wirtschaft im eigenen Land. Seit dem vergangenen Jahr hat die Santander-Aktie rund ein Drittel ihres Werts eingebüßt.

-Von Christopher Bjork; Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/bam/sha 

(END) Dow Jones Newswires

April 26, 2012 12:23 ET (16:23 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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