--Gewinn schmilzt auf 27 Millionen Euro
--Umsatz erreicht aber neuen Höchstwert
--Auch Automotive-Sparte mit neuen Bestwerten
--Aufholeffekte im Defence-Bereich erwartet
(NEU: Weitere Details)
Von Ursula Quass DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Belastet von einem schwächeren Rüstungsgeschäft als erwartet hat die Rheinmetall AG zum Jahresauftakt deutlich weniger verdient. Das Ergebnis nach Steuern und Dritten des MDAX-Konzerns schmolz um gut 40 Prozent auf 27 Millionen Euro. Analysten hatten mit 38 Millionen Euro deutlich mehr erwartet. Beim Umsatz erreichten die Düsseldorfer mit 1,1 Milliarden Euro immerhin die Erwartungen. Nach Angaben des Unternehmens ist dies ein "neuer Höchstwert für ein neues Quartal".
"Die im ersten Quartal noch schwache Ergebnisentwicklung der Defence-Sparte ist der Grund dafür, dass sich das konzernweite EBIT trotz neuer Bestwerte des Automobilbereichs insgesamt rückläufig zeigt", teilte Rheinmetall mit. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern im Verteidigungsgeschäft aber "Aufholeffekte".
An seinen Erwartungen für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. 2012 sollen mit 4,9 Milliarden Euro Konzernumsatz rund 400 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr in den Büchern stehen. Zu diesem Wachstum sollen beide Unternehmensbereiche, das Autozuliefer- und das Rüstungsgeschäft, beitragen. So soll Automotive einen Umsatz von "leicht über 2,4 Milliarden Euro" erwirtschaften, Defence einen Umsatz von "rund 2,5 Milliarden Euro". Das EBIT soll "auf dem Niveau des Vorjahres" liegen, also bei rund 77 Millionen Euro.
Im ersten Quartal erwies sich das Autozuliefer-Geschäft mit einem Umsatzplus von 9 Prozent klar als Wachstumstreiber. 638 Millionen Euro erwirtschaftete Rheinmetall in diesem Bereich. Dies ist den Angaben zufolge ein "neues Allzeithoch". Auch das um 15 Prozent gesteigerte Sparten-EBIT in Höhe von 46 Millionen Euro markiere einen neuen Bestwert.
Zum angedachten Börsengang der Automotive-Sparte hielt sich Rheinmetall bedeckt. Der Konzern ließ sich lediglich zu der Aussage hinreißen, ein IPO bleibe eine "Option, deren Realisierung auch von der weiteren Entwicklung des Kapitalmarkts abhängt". Das Vorziehen der Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte Spekulationen genährt, Rheinmetall werde vielleicht schon jetzt einen Börsengang ankündigen. Ursprünglich wollte der Konzern seine Zahlen für das erste Quartal erst im Mai vorlegen.
Der Defence-Sparte half vor allem ein Bilanzierungseffekt. Dank der Konsolidierung von Töchtern in der Bilanz, allen voran der erstmalige Einbezug der logistischen Fahrzeuge aus dem Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV), stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 471 Millionen Euro. Ohne diesen Effekt hätte der Bereich aber einen Umsatzrückgang von 40 Millionen Euro zu verkraften gehabt. Rheinmetall begründete dies mit Verspätungen in verschiedenen Projekten.
Dass die Lage nicht aussichtlos ist, zeigt ein Blick auf die Neuaufträge. Diese legten trotz eines insgesamt schwierigeren Marktumfeldes deutlich um 37 Prozent zu. Der Auftragseingang der Rüstungssparte belief sich auf 432 Millionen Euro.
Die Ergebnisentwicklung blieb aber klar hinter den Erwartungen zurück. Rheinmetall verwies darauf, dass im Vorjahresquartal ein positiver Sondereffekt von 11 Millionen Euro enthalten war. Dieser habe sich aus dem Übergang zur Vollkonsilidierung bei der erstmals nach dem Mehrheitserwerb einbezogenen ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH ergeben.
Analyst Adrian Pehl von equinet zeigte sich von Rheinmetall enttäuscht. Er erwartet wegen des Ergebnisrückgangs schwächere Aktienkurse. Allerdings will er die Telefonkonferenz am Nachmittag abwarten, um die genaueren Gründe für die Entwicklung in Erfahrung zu bringen. Mit einem Absturz der Aktie rechnet Pehl nicht. Der Gesamtjahresausblick sei konstant, wenn auch "etwas schwammig auf der Ergebnisseite".
Am Aktienmarkt gab die Rheinmetall-Aktie deutlich nach. Der Kurs sank im frühen Handel um 3,9 Prozent auf 40,22 Euro. Allerdings lag auch der Gesamtmarkt wegen der Abstufung der Bonität Spaniens im Minus.
- Von Ursula Quass, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 110, ursula.quass@dowjones.com DJG/uqu/jhe
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April 27, 2012 03:48 ET (07:48 GMT)
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