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27.04.2012 | 17:33
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Dow Jones News · Mehr Nachrichten von Dow Jones News

--BIP steigt um 2,2 Prozent, prognostiziert waren 2,6%

--Privatkonsum nimmt kräftig zu

--Kfz-Industrie steuert die Hälfte des Wachstums bei

(NEU: Reaktionen von Bankvolkswirten)

WASHINGTON (Dow Jones)--Das US-Wirtschaftswachstum hat sich Anfang 2012 deutlicher als erwartet abgeschwächt, was vor allem an rückläufigen Staatsausgaben und einem nur noch leichten Aufbau der Lagerbestände lag. Allerdings zeigt ein zweiter Blick auf die Zahlen auch Ermutigendes. Wie das Handelsministerium im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März um annualisiert 2,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 2,6 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2011 war das US-BIP um 3,0 Prozent gewachsen und im dritten Quartal um 1,8 Prozent.

Die guten Nachrichten dieser Veröffentlichung: Die Endnachfrage, das heißt das Bruttoinlandsprodukt ohne Lagerbestände, stieg um 1,6 Prozent, nachdem sie im vierten Quartal um 1,3 Prozent zugelegt hatte. Der Wachstumsbeitrag der Lagerbestände dagegen verringerte sich auf 0,6 Prozent von 1,9 Punkten. Das bedeutet, dass ein höherer Teil der Produktion tatsächlich an den Endkunden verkauft wurde. Zugleich verringert sich das Risiko, dass die Produktion in den nächsten Quartal durch einen Lagerabbau belastet wird. Ebenfalls gut: Die Konsumausgaben, ein besonders wichtiger Teil des BIP, nahmen um 2,9 Prozent zu, was der stärkste Anstieg seit dem vierten Quartal 2010 war.

UniCredit-Volkswirt Harm Bandholz wies darauf hin, dass alleine auf die wieder erstarkte Auto-Industrie die Hälfte des BIP- Anstiegs entfallen sei. In nächsten Quartalen wird das Wirtschaftswachstum seiner Einschätzung nach wieder anziehen, weil die Korrektur am Häusermarkt vorbei und der Arbeitsmarkt robust sei. Für 2012 rechnet Bandholz mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent.

Auch Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz erwartet, dass sich der selbst verstärkende Kreislauf aus höheren Gewinnen, steigenden Investitionen und zusätzlicher Beschäftigung fortsetzen wird. Allerdings sind diese Verbesserung seiner Ansicht nicht stark genug, um die Kapazitätsauslastung zügig auf ihr Vorkrisenniveau zu heben. "Wir bleiben daher dabei, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholen wird, aber die Nachwirkungen der Blase einen kräftigen Aufschwung verhindern werden", sagte er.

Gestützt wurde das Wachstum von den Wohnbauinvestitionen, während die Investitionen außerhalb des Wohnungssektors um 2,1 Prozent abnahmen, nachdem sie Ende 2011 um 5,2 Prozent gestiegen waren. Die Staatsausgaben sanken um 3,0 Prozent, nachdem sie bereits im vierten Quartal um 4,2 Prozent gefallen waren. Der Außenhandel war wachstumsneutral.

Der Inflationsdruck hat seit Ende 2011 kräftig zugenommen, ist aber für US-Verhältnisse noch vergleichsweise schwach. Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg um 2,4 Prozent, nachdem Ende 2011 eine Inflation von 1,2 Prozent registriert worden war. Der BIP-Deflator betrug plus 1,5 Prozent nach plus 0,9 Prozent im Vorquartal. Erwartet worden war ein Anstieg um 2,2 Prozent.

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300,

Hans.Bentzien@dowjones.com

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April 27, 2012 11:02 ET (15:02 GMT)

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