FRANKFURT (Dow Jones)--Die Daimler AG sieht bei der Aktionärsstruktur keine Grund zur Unruhe. Bei der Frage nach einem möglichen Ausstieg des größten Einzelaktionärs Aabar aus Abu Dhabi zeigt sich Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber jedoch recht zugeknöpft. Dazu gebe es "nichts Neues zu sagen."
Der Daimler-Konzern sei kein Übernahmekandidat, sagte Uebber in einer Telefonkonferenz mit Journalisten: "Wir sind ein gesundes Unternehmen mit einer ausbalancierten Aktionärsstruktur".
Daimler spreche bei Roadshows weltweit mit potenziellen Investoren. Dies sei ein völlig normales Vorgehen. Dass der Stuttgarter Autobauer aktiv nach einem neuen Ankeraktionär suche, wies Uebber zurück.
Das manager magazin hatte vergangene Woche berichtet, Daimlers größter Aktionär, der Staatsfonds Aabar Investments aus Abu Dhabi, wolle seine Beteiligung verkaufen. Daimler hatte daraufhin erklärt, man habe keine Gespräche mit dem Emirat über einen möglichen Ausstieg geführt.
Aabar hält direkt 3,1 Prozent an Daimler. Einschließlich der Aktien, die verliehen wurden und für die ein Rückübertragungsanspruch besteht, liegt die Beteiligung laut der Daimler-Webseite bei 9,04 Prozent. An den Stimmrechten des Staatsfonds hat sich laut Uebber nicht geändert.
Das Emirat Kuwait ist der zweitgrößte Aktionär der Stuttgarter mit einem Anteil von 6,9 Prozent. Institutionelle Investoren halten fast 67 Prozent, private Anleger sind laut Daten vom 6. Februar mit weiteren 20 Prozent an Daimler beteiligt.
Der relativ große Streubesitz im Vergleich zu Wettbewerbern wie Volkswagen und BMW hatte in der Vergangenheit Spekulationen über eine mögliche Übernahme beflügelt. Auch über eine von Aktionären betriebene Abspaltung der Lkw-Sparte war spekuliert worden.
Der Einstieg von Aabar 2009 mit einem Anteil von rund 9 Prozent für 1,95 Milliarden Euro im Rahmen einer Kapitalerhöhung hatte solche Bedenken jedoch zerstreut. Aabar hatte 20,17 Euro je Aktie bezahlt. Der Kurs der Daimler-Aktie hat sich seitdem verdoppelt und lag am Nachmittag bei 41,69 Euro. Ein Sprecher des Staatsfonds lehnte eine Stellungnahme ab.
Daimler hatte zuvor zum Jahresauftakt einen Gewinnanstieg ausgewiesen und ist für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch. Die anhaltend hohe Nachfrage aus China und den USA nach Autos und Lkw, niedrigere Zinsen und eine günstigere Steuerquote trugen zur Gewinnsteigerung bei.
-Von Christoph Rauwald, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/sha/smh
(END) Dow Jones Newswires
April 27, 2012 11:44 ET (15:44 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
