LISSABON (Dow Jones)--Die portugiesische Regierung hat ihre Sparpläne für die kommenden vier Jahre beschlossen. Die Entwürfe enthielten keine überraschenden Prognosen und würden der EU-Kommission noch am Abend übermittelt, sagte Finanzminister Vitor Gaspar bei einer Pressekonferenz. Sein Land werde durch die Beschlüsse in den nächsten Jahren unabhängiger von der Finanzierung aus dem Ausland. In den Jahren 2015 und 2016 soll die Neuverschuldung nach den jetzigen Plänen nur noch 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
Die Wirtschaft soll dann wieder in vollem Saft stehen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,5 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr wird sie nach den neuesten Schätzungen um 3,3 Prozent schrumpfen. Für 2013 hat sich die Regierung verpflichtet, die Haushaltslücke auf 3 Prozent des BIP zu begrenzen. Dann soll der Schuldenstand mit 115 Prozent der Wirtschaftsleistung seinen Höhepunkt erreichen und von da an wieder sinken.
Gaspar betonte, dass Portugal aktuell keine weiteren Sparbeschlüsse brauche, um das Defizit am Ende des Jahres bei 4,5 Prozent des BIP zu deckeln. Die Reformen seien auf dem Weg und in einigen Bereichen sei man schon weiter als die Internationalen Geldgeber verlangten.
Die ehrgeizige Sanierung der Staatsfinanzen könnte allerdings von stark steigenden Sozialausgaben bedroht werden, wenn der Staat für mehr Arbeitslose aufkommen muss. Der Finanzminister stellte in Aussicht, dass Portugal eventuell im September 2013 an die Finanzmärkte zurückkehren könnte, um fällige Anleihen von zehn Milliarden Euro zu bedienen.
-Von Patricia Kowsmann, Dow Jones Newswires;
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April 30, 2012 12:50 ET (16:50 GMT)
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