--37.800 der 150.000 Gagfah-Wohnungen stehen zum Verkauf
--Verkauf soll offenbar in einem halben Jahr abgeschlossen sein
(Durchgehend neu)
Von Alexandra Edinger DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (DOW JONES)--Der Immobilienkonzern Gagfah ist immer für eine Überraschung gut. Der neuste Coup: Das Unternehmen will 37.800 Wohnungen in Dresden verkaufen. Die Einheiten gehören zur Tochter Woba Dresden. "Der Verkauf könnte in einem halben Jahr abgeschlossen sein", sagte eine mit der Sache vertraute Person zu Dow Jones Newswires. Begonnen habe der Verkaufsprozess aber noch nicht. Laut Medienberichten soll die Investmentbank Leonardo den Auftrag erhalten haben, Käufer zu suchen.
Die Nachricht vom möglichen Verkauf der Wohnungen durch Gagfah kommt überraschend, denn erst Anfang März hatte sich das Unternehmen in einem Rechtsstreit um angebliche Verstöße gegen Mieterschutzklauseln mit der Stadt Dresden geeinigt. 36 Millionen Euro zahlt die Gagfah in den kommenden Jahren für den Vergleich.
Von einem Notverkauf geht der Insider nicht aus. Es sei vielmehr eine Option für das Unternehmen, da "der Markt in Dresden gerade brummt". Allerdings benötigt die Gagfah noch die Zustimmung der Stadt Dresden. Beim Kauf 2006 wurde eine Haltefrist für die Wohnungen von zehn Jahren vereinbart.
Die Mieter müssen sich keine Sorgen machen. "Kauf bricht nicht Miete", erklärt Petra Becker, Geschäftsführerin des Mietvereins Dresden.
Als potenzielle Käufer kämen Versicherungen und Pensionsfonds in Frage, sagte der Informant zu Dow Jones. "Private-Equity-Fonds halte ich als Käufer aufgrund der geringen Renditeerwartungen für unrealistisch." Mit 1,8 Milliarden Euro stehe das Portfolio in den Büchern der Gesellschaft.
Mit dem Verkauf würde Gagfah fast ein Viertel des eigenen Wohnungsbestandes veräußern. Die Gesellschaft verfügt nach eigenen Angaben bundesweit über rund 150.000 Mietwohnungen und verwaltet weitere 18.000 Einheiten für Dritte. Es wäre der bislang größte Wohnimmobilienverkauf in Deutschland in diesem Jahr.
Große Transaktionen waren 2012 der Verkauf der LBBW Immobilien GmbH mit 21.000 Wohnungen an die Patrizia Immobilien AG. Der erzielte Kaufpreis betrug rund 1,4 Milliarden Euro. Zudem erwarb die TAG Immobilien AG 25.000 Wohnungen der DKB Immobilien (DKBI). Der Wert des Portfolios wird auf rund 1 Milliarde Euro beziffert. Bar bezahlt die TAG jedoch nur 160 Millionen Euro. Zudem übernimmt das Unternehmen die rund 800 Millionen Euro Verbindlichkeiten, die auf dem Portfolio der DKBI lasten. Die DKB ist eine Tochter der BayernLB. Bei der Landesbank steht zudem die Münchener Tochter GBW mit rund 33.000 Wohnungen zum Verkauf. Der Wert liegt bei 1,5 Milliarden Euro.
Die Gagfah gehört dem US-Finanzinvestor Fortress. Das Unternehmen wird voraussichtlich am Freitag den Abschluss seines Aktienrückkaufprogramms bekannt geben. Ende März hatte der Konzern den Aktionären ein Rückkaufangebot zwischen 6,00 und 6,75 Euro pro Aktie gemacht. Der Rückkauf sollte ein Volumen von bis zu 75 Millionen Euro haben.
-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires, +49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com (Hans Bielefeld hat zu diesem Artikel beigetragen.) DJG/aed/kgb/jhe
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May 03, 2012 11:23 ET (15:23 GMT)
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