MÜNCHEN (Dow Jones)--Fresenius sieht sich auch nach der geplanten Übernahme des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum finanziell stark genug für weitere Zukäufe. "Wenn Gelegenheiten kommen, dann möchten wir flexibel sein. Das haben wir auch dieses Mal in unserem Finanzierungskonzept berücksichtigt", sagte Vorstandschef Ulf Schneider in einem Interview mit Euro am Sonntag. Die Übernahme von Rhön-Klinikum wäre die fünfte Akquisition des Unternehmens seit 2005. Fresenius geht allerdings davon aus, dass die Profitabilität des Gesamtkonzerns nach dem Deal sinkt.
"Rein rechnerisch ist es so, dass durch die Verstärkung des Krankenhausgeschäfts die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns sinkt", sagte Schneider. Der Vorstand habe zugleich die gute Kapitalrendite und das vergleichsweise niedrige Risiko des Krankenhausgeschäfts betont. "Die Erweiterung dieses Bereichs liegt im Interesse des Konzerns", sagte er der Zeitung.
Fresenius bietet 22,50 Euro je Aktie von Rhön-Klinikum, neben der Fresenius-Tochter Helios der größte private Klinikbetreiber in Deutschland. Die Übernahme setzt eine Mindestannahmequote von 90 Prozent der Rhön-Klinikum-Aktionäre voraus. "Wenn es nicht zu den 90 Prozent reicht, dann wird das Angebot hinfällig", sagte Schneider. Er stellte Fresenius-Aktionären zudem eine höhere Dividende für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht. "Wird die Gewinnprognose erreicht, und davon gehen wir fest aus, dann wird es 2013 die 20. Dividendenerhöhung in Folge geben", so Schneider. Fresenius hatte vor kurzem die Prognose für den Jahresgewinn angehoben.
Auch die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) sei weiter gut unterwegs: "Wir sind fest davon überzeugt, dass FMC die Jahresprognose erreichen oder übertreffen wird", sagte Schneider. Die Gewinnmarge von FMC soll 2012 steigen.
DJG/ros
(END) Dow Jones Newswires
May 06, 2012 05:39 ET (09:39 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
