FRANKFURT (Dow Jones)--Allianz-Chef Michael Diekmann sieht in einer Ausweitung der europäischen Konjunkturprogramme eine "erhebliche" Belastung für Versicherer. Eine dauerhaft expansive Geldpolitik berge das Risiko, schnurstracks in die nächste Krise zu gleiten, sagte der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Versicherer.
Für die Allianz geht es dabei um viel: Die Münchener sind mit 32,3 Milliarden Euro und damit 7 Prozent ihres Gesamtanlagenbestandes in Staatsanleihen europäischer Peripheriestaaten, inklusive Italien, investiert. Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und Wertminderungen bei Finanzbeteiligungen hatten im vergangenen Jahr das Nettoergebnis deutlich belastet.
Diekmann kritisierte "lautstarke" Forderungen nach weiteren Konjunkturprogrammen. Die Gebote der Stunde seien vielmehr Haushaltsdisziplin und Schuldenabbau sowie die Schaffung des Europäischen Stabilitätsmechanismus als dauerhaften Brandschutz.
Mit seiner Sorge ist der Allianz-Chef nicht allein. Spätestens seit den Wahlen in Griechenland und dem inzwischen strauchelnden Frankreich sind die Kapitalmärkte wieder besonders nervös. Beide frisch gewählten Regierungen sperren sich gegen einen strikten Sparkurs. Gerade in Deutschland aber sehen Regierung und namhafte Ökonomen Kostendisziplin als den Königsweg aus dem Schulden-Dilemma der betroffenen Länder an.
-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 - 29725 115, madeleine.nissen@dowjones.com DJG/maw/sha
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May 09, 2012 11:06 ET (15:06 GMT)
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