BRÜSSEL (Dow Jones)--Angesichts der harschen Forderungen aus Griechenland, das Kreditprogramm für das klamme Land neu zu verhandeln, wird in der Eurozone nach Angaben aus informierten Kreisen ein Aufschub der nächsten Hilfszahlung diskutiert. Aus dem im März vereinbarten zweiten Rettungspaket sollte Griechenland am 10. Mai eine letzte Tranche von 5,2 Milliarden Euro erhalten. Aber einige Regierungen der Eurozone hätten angesichts der politischen Krise in Griechenland Bedenken, in dieser Lage das Geld zu überweisen, sagten Personen, die mit den Diskussionen vertraut sind, zu Dow Jones Newswires. Zögerlich zeigten sich unter anderem Deutschland und Finnland, neben anderen Ländern.
Zunächst wollten die hochrangige Finanzvertreter der Eurozone am Donnerstag in einer Telefonkonferenz das weitere Vorgehen beraten. Denn es gebe neben den politischen Problemen auch juristische Aspekte. Griechenland benötigt das Geld, um Staatsanleihen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro abzulösen, die am 18. Mai fällig werden und die von der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderen nationalen Notenbanken der Eurozone gehalten werden.
Die Parlamentswahlen haben ein Machtvakuum in Griechenland hinterlassen. Derzeit versucht der Vorsitzende der linksradikalen Syriza-Partei, Alexis Tsipras, eine Koalition von linken Parteien auf die Beine zu stellen. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass Tsipras eine Regierungskoalition zustande bringen kann. Sein konservativer Gegenspieler von der Nea Dimokratia, Antonis Samaras, war daran am Montag gescheitert und hatte sein Sondierungsmandat niedergelegt.
Ohne die Hilfskredite der internationalen Geldgeber müsste Griechenland den Bankrott erklären. Die unklaren politischen Verhältnisse nach der Wahl haben in Brüssel Zweifel aufkommen lassen, ob sich eine neue Regierung noch zu den harten Sparzusagen des Übergangskabinetts bekennt. Tsipras hat bereits mit der Annullierung des Sparprogramms gedroht und ein Schuldenmoratorium gefordert. Nach Angaben eines Mitarbeiters will Tsipras in einem Brief an die EU-Kommission und die EZB das Sparprogramm Griechenlands für "null und nichtig" erklären.
-Von Matthew Dalton und Laurence Norman, Dow Jones Newswires,
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May 09, 2012 11:18 ET (15:18 GMT)
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