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10.05.2012 | 13:17
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Dow Jones News · Mehr Nachrichten von Dow Jones News

-- Reederei und Restrukturierung belasten

-- Hotels und Kreuzfahrten können nicht ausgleichen

-- Prognose für Gesamtjahr 2011/12 bestätigt

(NEU: Vorstand, weitere Details, Markt)

Von Kirsten Bienk 
DOW JONES NEWSWIRES 

HANNOVER (Dow Jones)--Höhere Verluste bei Hapag-Lloyd und der Umbau des französischen Reisegeschäfts haben die TUI AG im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Das Minus weitete sich in den saisontyisch schwachen drei Monaten um mehr als ein Viertel aus. Der Hannoveraner Konzern bekommt den scharfen Wettbewerb in der Containerschifffahrt damit immer stärker zu spüren. An dem Ausblick für das Gesamtjahr hält der Vorstand aber fest und setzt dabei auf die bevorstehende Hauptreisezeit und angekündigte Preiserhöhungen im Reedereigeschäft.

Mehr Gäste und höhere Preise ließen den Umsatz im Konzern von Januar bis März um knapp 7 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro klettern. Das operative Ergebnis rauschte indes vor allem wegen hoher Restrukturierungskosten in Frankreich um mehr als 60 Prozent auf minus 310 Millionen Euro nach unten. Bereinigt um die Sondereffekte verbesserte TUI das operative Ergebnis um etwas mehr als 12 Prozent.

Die Touristiktochter TUI Travel hatte ein schlechtes Quartal. Sie hatte bereits vor einigen Tagen über eine schwache Reisenachfrage in Frankreich und Skandinavien geklagt und bescherte dem Konzern mit minus 333 Millionen Euro einen um mehr als 50 Prozent höheren operativen Verlust als im Vorjahr.

Die knapp 40-prozentige Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd vergrößerte das Minus bei TUI. Das Hamburger Unternehmen ächzte unter extrem gestiegenen Treibstoffkosten und einem sehr intensiven Wettbewerb. Die Belastung stieg auf 50 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Verlust nur bei 13,5 Millionen Euro.

So zehrten beide Beteiligungen die operativen Verbesserungen auf, die TUI mit der Hotelkette Riu und ihren Kreuzfahrtschiffen erreicht hat. Die Hotelsparte zeigte ein um mehr als 80 Prozent verbessertes operatives Ergebnis, die Kreuzfahrten erreichten ein Plus von knapp 70 Prozent.

"Die Verluste von Hapag-Lloyd und die Restrukturierungskosten in Frankreich sind in etwa zu gleichen Teilen für den höheren Nettoverlust der TUI AG verantwortlich", sagte Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe.

Am Markt waren enttäuschte Stimmen zu hören. "Man hatte ja im Stillen auf eine Besserung bei Hapag-Lloyd gehofft, aber davon keine Spur", sagte ein Händler. Auch die meisten anderen Zahlen seien schlechter als erwartet ausgefallen. Besonders die unerwartet hohen Kosten für das Zusammenlegen der Reiseveranstalter und die Veränderungen bei der Fluglinie in Frankreich fielen den Teilnehmern unangenehm auf. Der Kurs der Aktie fiel.

Für TUI sind allerdings Verluste im ersten und zweiten Quartal der Geschäftsjahre zum 30. September keine Überraschung. Europas größter Reiseveranstalter verkauft im Zeitraum von Oktober bis Ende März typischerweise weniger Reisen als in der Haupturlaubszeit, überweist den Hotelpartnern aber bereits hohe Vorauszahlungen für die bevorstehende Saison, damit diese im Winter Modernisierungen finanzieren können.

Deswegen schätzt der Vorstand die weitere Entwicklung des Geschäftes auch unverändert positiv ein und bekräftigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Umsatz und operatives Ergebnis sollen moderat steigen und zu einem positiven Konzernergebnis führen.

Zu diesen Verbesserungen soll auch Hapag-Lloyd beitragen. Die Reederei hat wie viele ihrer Mitbewerber Preiserhöhungen angekündigt und teilweise auch schon durchgesetzt. Außerdem zieht sich TUI aus der Containerschifffahrt weiter zurück und verkauft in den nächsten Monaten weitere 17,4 Prozent und bleibt nur noch mit 22,1 Prozent an dem Hamburger Unternehmen engagiert.

Aber auch diese Restbeteiligung will der Vorstand loswerden, um sich nur noch auf die Touristik zu konzentrieren. Denkbar ist ein Verkauf oder eine Platzierung an der Börse. Letzteres kann der Vorstand nach Absprache mit den anderen Eigentümern ab Ende Juni verlangen. Ob und wann er dies tut, ist noch nicht entschieden. Der Vorstand will dafür ein stabiles Kapitalmarktumfeld und gute Prognosen für die Containerschifffahrt und die Reederei abwarten.

Der weitere Rückzug wird sich positiv auf die Nettoverschuldung auswirken. Sie verbesserte sich bereits im zweiten Quartal um 700 Millionen Euro auf rund 2 Milliarden Euro. Auch hier steuerte die bereits schon erfolgte Reduzierung der Hapag-Lloyd-Beteilung den Löwenanteil bei.

-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires; 
+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com 
DJG/kib/jhe 

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May 10, 2012 06:46 ET (10:46 GMT)

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