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UPDATE2: E.ON wählt Macquarie-Konsortium für Gasnetzverkauf - Kreise

--Macquarie-Konsortium bietet rund 3,2 Milliarden Euro

--Transaktion noch nicht unterzeichnet

--Deal könnte kommenden Mittwoch nach E.ON-Aufsichtsratssitzung verkündet werden

(NEU: Analystenstimmen)

Von Eyk Henning und Jan Hromadko 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Versorger E.ON hat offenbar einem Konsortium um die australische Großbank Macquarie den Zuschlag für sein milliardenschweres Gasnetz gegeben. Wie drei mit der Materie vertraute Personen Dow Jones Newswires sagten, hat die Gruppe um Macquarie einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Euro für das Gasnetz "Open Grid Europe" geboten. Ein E.ON-Sprecher wollte die Aussagen am Freitag nicht kommentieren.

Formell unterzeichnet ist das Geschäft den Informanten zufolge noch nicht, es ist aber im Prinzip so vereinbart. Der Verkauf könnte am Mittwoch verkündet werden, nachdem der E.ON-Aufsichtsrat zugestimmt hat, sagte eine vierte mit den Vorgängen vertraute Person.

Das Gasnetz hat bei möglichen Investoren großes Interesse geweckt, da es wegen seiner Lage mitten in Europa für den europäischen Gastransport von Ost nach West von zentraler Bedeutung ist. Für Macquarie ist es innerhalb kurzer Zeit der zweite Gasnetz-Kauf. Ende 2010 hatte die RWE AG ihr deutsches Gasnetz von 4.100 Kilometern Länge für 500 Millionen Euro an einen von Macquarie geführten Infrastrukturfonds losgeschlagen.

Für E.ON bringt der jetzige Verkauf einige Vorteile. Der Versorger kann damit seine Schulden weiter reduzieren und Bargeld einsammeln für weitere Investitionen. E.ON will vor allem in Schwellenländer wie Brasilien expandieren, wo der Energieverbrauch weit schneller steigt als in den gesättigten europäischen Kernmärkten des Energiekonzerns.

Laut Analysten ist der Verkaufspreis höher als erwartet, das sei ein gutes Zeichen für die Bemühungen von E.ON, Schulden abzubauen.

"Der Verkauf ist eine gute Nachricht für E.ON, die ihren Plan zur finanziellen Stärkung weiter erfüllt, das bestärkt uns in der Behauptung, dass Kreditagenturen dem Konzern mehr Zeit lassen werden, um den Verschuldungsfaktor auf die Zielmarke des 3fachen EBITDA zu drücken", schrieb Kreditanalyst Andrew Moulder in einer Studie an Kunden.

Der Energiekonzern will sein Finanzstärkerating von "A" behalten - dafür gilt eine Nettoverschuldungsquote zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 3 allgemein als angemessen. Ende 2011 lag E.ONs Nettoverschuldung bei rund 36,4 Milliarden Euro, das entsprach einer Quote von 3,9 Prozent.

Standard & Poor's Langfristrating für E.ON-Anleihen liegt bei "A", Moody's benotet sie mit "A3".

Die Transaktion sollte keine kartellrechtlichen Probleme aufwerfen, auch wenn Macquarie bereits ähnliche Vermögenswerte in Deutschland besitzt, erwartet ein weiterer Analyst, der ungenannt bleiben will. Der Grund: Das Netzgeschäft werde hierzulande vollständig reguliert.

Die E.ON-Aktie hatte im Zuge der Neuigkeiten zum Verkauf zuerst zugelegt. Im dem aktuell nervösen Markt und angesichts erneuter Sorgen um Europas Staatsschuldenkrise gaben die Anteile dann aber wieder nach und verloren am Nachmittag 0,7 Prozent.

In dem Konsortium, das von dem Infrastrukturfonds vom Macquarie angeführt wird, ist auch die Abu Dhabi Investment Authority. Auch der deutsche Versicherer Munich Re gehört zum Bieterkonsortium, wie eine weitere mit der Materie vertraute Person sagte.

Die Gruppe um die Australier hat sich damit gegen drei andere Konsortien durchgesetzt, die mit solch finanziellen Schwergewichten wie der Allianz SE und dem französischen Versorger GDF Suez SA besetzt sind. Zwei mit der Materie vertraute Personen sagten, dass die verbliebenen Konsortien im Prinzip mit aufgebesserten Geboten noch an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten.

Das GDF-Konsortium, dem auch die französische Versicherung CNP Assurances und IFM Australian Infrastructure angehört, hat einer informierten Person zufolge 3 Milliarden Euro geboten. Die beiden übrigen Konsortien, in denen unter anderem der staatliche niederländische Versorger Gasunie und der Finanzinvestor General Infrastructure Partners vertreten sind, hätten mit ihren Geboten unter 3 Milliarden Euro gelegen, sagten die informierten Personen.

Der Verkauf ist Teil des E.ON-Desinvestitionsprogramms im Volumen von 15 Milliarden Euro. Finanzvorstand Marcus Schenck hatte vor kurzem gesagt, es sei wahrscheinlich, dass der DAX-Konzern das angestrebte Volumen sogar noch überschreiten werde. Mit den Erlösen will E.ON seine Schulden abbauen und sich stärker in Schwellenländern positionieren. Bislang hat E.ON bereits Geschäftsfelder im Volumen von über 9 Milliarden Euro verkauft.

-Von Eyk Henning und Jan Hromadko, Dow Jones Newswires; 
eyk.henning@dowjones.com, +49 (0)69 29725 108 
DJG/DJN/kgb/mgo/sha/kla 

(END) Dow Jones Newswires

May 11, 2012 10:59 ET (14:59 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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