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Griechenland soll auch nach Euro-Austritt Hilfe bekommen -Magazin

HAMBURG (Dow Jones)--Griechenland soll auch im Falle eines Austritts aus der Währungsunion weiter Geld vom europäischen Rettungsschirm EFSF bekommen. Dies sehen laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins Der Spiegel Pläne des Bundesfinanzministeriums vor. Damit sollen die Folgen eines möglichen Euro-Austritts gemildert werden. Der europäische Rettungsschirm soll danach nur jene Beträge streichen, die direkt an den Haushalt Griechenlands gehen.

Jene Milliarden, mit denen die Staatsanleihen bedient werden, die die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer Rettungsmaßnahmen übernommen hat, sollen hingegen weiter fließen. So könnten Verluste bei der Zentralbank verhindert werden, die letztlich auf die Haushalte der Mitgliedstaaten durchschlagen.

Auch wenn die Griechen keine Hilfen mehr aus den Rettungstöpfen der Euro-Länder bekommen, sollen sie nach den Überlegungen des Finanzministeriums nicht sich selbst überlassen werden. Wenn sie Mitglied in der EU blieben, hätten sie Anspruch auf Hilfen aus Brüssel, wie sie auch anderen EU-Ländern mit eigener Währung in Schieflage zustehen. Diese würden dann nicht mehr nur von den Ländern der Euro-Zone finanziert, sondern von allen 27 EU-Mitgliedstaaten.

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte am Sonntag, dass die Bemühungen, Griechenland in der Eurozone zu halten, andauerten. Dazu müsse das Land aber seinen Beitrag leisten. Den Artikel des Spiegel wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Unterdessen bezeichnete EFSF-Chef Klaus Regeling im Gespräch mit der österreichischen Zeitung "Die Presse" den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion als teuerste Lösung. Deshalb täten die Regierungen der Euro-Länder alles, um Griechenland zu halten. Regeling verwies auf eine Studie, laut der der Austritt Griechenlands den Steuerzahlen im ersten Jahr allein 100 Milliarden Euro kosten würde. Da sich die Folgekosten nicht abschätzen ließen, könnte es auch mehr sein, fügte er hinzu. Regling sagte ferner, dass der EFSF über genügend Mittel verfüge, um auch Spanien und Italien zu unterstützen, falls sich die Situation dieser Länder verschlechtere. Er erwarte aber nicht, dass es soweit komme.

DJG/DJN/cln 
 

(END) Dow Jones Newswires

May 13, 2012 11:43 ET (15:43 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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