Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für die weltweite Konjunkturentwicklung gesenkt. Im laufenden Jahr rechnet der IWF nun mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent, wie der Fonds am Montag in Washington mitteilte. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im April. Für 2013 reduzierte der Weltwährungsfonds seiner Projektion um 0,2 Punkte auf 3,9 Prozent. Besonders stark wurden die Prognosen für Großbritannien und das große Schwellenland Indien gesenkt.
Unter den großen Industrieländern dürften Japan, Kanada und die USA in diesem Jahr mit am stärksten wachsen. Für Deutschland wird ein Wachstum von 1,0 Prozent veranschlagt. Das sind 0,4 Punkte mehr als der IWF noch im April geschätzt hatte, allerdings auch deutlich weniger als das reale Wachstum Deutschlands 2011. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft stark um 3,1 Prozent gewachsen. Der Euroraum dürfte laut IWF 2012 um 0,3 Prozent schrumpfen, bevor er 2013 wieder um 0,7 Prozent wachsen sollte.
Bei den Schwellen- und Entwicklungsländern ragt China heraus, obwohl sich die dortige Wirtschaft ebenfalls deutlich abkühlen dürfte. Noch stärker veranschlagt der IWF die Abschwächung in Indien, für das Wachstumsraten von gut sechs Prozent prognostiziert werden. Vor der Krise waren China und Indien mit zweistelligen Raten gewachsen. Eine deutliche Abkühlung sieht der Fonds auch in Brasilien, wohingegen sich die Konjunktur Russlands vergleichsweise stabil halten sollte./bgf/jsl
AXC0164 2012-07-16/15:35
