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MÄRKTE EUROPA/Neuer Urnengang in Griechenland belastet Börsen

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Drama in Griechenland hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Bemühungen um eine Regierungsbildung im dem südeuropäischen Land sind gescheitert. Mitte Juni wird es Neuwahlen geben. Derzeit sieht es danach aus, als ob sich dann die linksradikale Syriza mit großer Mehrheit durchsetzen wird. Diese hat bereits angekündigt, die Sparvereinbarungen mit EU und IWF aufzukündigen. Damit droht dem Land die baldige Pleite und möglicherweise ein Ende in der Eurozone. Die Anleger sorgen sich vor allem um eine eventuelle Ansteckung nach Spanien und Italien.

Börsen und Euro werden wegen Griechenland abverkauft

Die Nachrichten aus Griechenland führten zu schweren Kursverlusten an Europas Börsen. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,1 Prozent auf 2.179 Punkte nach unten, der CAC verlor 0,6 Prozent auf 3.039 und der DAX 0,8 Prozent auf 6.401 Punkte. Schlimm erwischte es die Börsen in Mailand und Madrid. Der MIB gab 2,6 Prozent auf 13.311 nach, mit 13.263 Punkten wurde ein neues Jahrestief markiert. Der IBEX hielt sich mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 6.700 Punkte zwar etwas besser, fiel aber dennoch auf Stände vom März 2009.

Die sich verschärfende Schuldenkrise ist natürlich Gift für den Euro. Die Gemeinschaftswährung verlor rund 1 Cent auf Niveaus um 1,2750 Dollar. Im Handel stellt man sich auf weitere Verluste in den kommenden Tagen ein. Ein Test der Marke von 1,25 Dollar gilt als ausgemachte Sache. Die Angst vor Ansteckungen nach Spanien und Italien verschärfte natürlich die Fluchtbewegung aus den Anleihemärkten der Peripherie. Die Zinsen auf italienische Benchmarkanleihen sprangen um 16 Basispunkte (Bp) auf 5,84 Prozent nach oben, für die entsprechenden spanischen Titel ging es 12 Bp auf 6,30 Prozent nach oben.

Während die Anleger die Peripherie zum Teil fluchtartig verlassen, kann sich der deutsche Anleihenmarkt dem Ansturm kaum noch erwehren. Zwar verbuchten auch Bundesanleihen am Dienstag minimale Verluste, mit einem Zins von 1,47 Prozent rentieren sie aber so niedrig wie seit 1871 nicht mehr. Selbst in der Niedrigzinsphase zwischen 1890 und 1900 lagen sie über drei Prozent und damit weit höher als die jetzigen Stände. Wie lange diese Situation anhalten kann, ist ungewiss. Spätestens wenn die Kreditwürdigkeit Deutschlands in Frage gezogen wird, droht Ungemach.

Dieser Moment scheint noch nicht gekommen. Ein überraschend starkes Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus Deutschland macht deutlich, dass sich Europa derzeit mit zwei Geschwindigkeiten bewegt. Während die Peripherie mit einer sich vertiefenden Rezession kämpft, wächst Deutschland im ersten Quartal mit einem respektablen Tempo von 0,5 Prozent. In Italien schrumpfte die Wirtschaft dagegen um 0,8 Prozent.

Banken-Abstufung durch Moody's für Italien nicht hilfreich

Auch die Ratingagentur Moody's hat in Italien zugeschlagen. Die Agentur hat gleich 26 Banken heruntergestuft. Moody's begründete den Schritt mit Blick auf den Staat, nicht mit der Finanzstärke der Banken selbst. Der Umfang staatlicher Hilfe, den Banken bei finanziellen Schwierigkeiten erwarten könnten, sei gesunken. Der Schritt war von den Anlegern erwartet worden. Dennoch verloren Unicredit - bedingt vor allem durch die Schwäche im Bankensektor nach den Nachrichten aus Griechenland - 5,5 Prozent auf 2,53 Euro. Intesa Sanpaolo gaben trotz guter Zahlen um 5,5 Prozent nach.

ThyssenKrupp mit Erholungsrally im späten Geschäft

Eine Berg- und Talfahrt legten ThyssenKrupp hin. Nachdem die Aktie nach Zahlen und einem als enttäuschend bezeichneten Ausblick über weite Strecken Tagesverlierer im DAX waren, legte die Aktie im späten Geschäft eine beeindruckende Rally hin. Der Stahlkonzern sieht sich nach Alternativen für seine amerikanischen Stahlwerke um. Ein möglicher Verkauf des Problemkindes kam im Handel gut an, selbst falls sich dieser als kostspielig erweisen sollte. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", sagte ein Händler. Das Papier gewann 1,6 Prozent auf 16,01 Euro und war damit zusammen mit adidas Tagesgewinner im DAX.

Europäische Schlussindizes  am Dienstag, 15. Mai: 
 
             Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                               stand      absolut         in %          seit 
                                                                Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2178,67       -23,28        -1,1%          -6,0 
             Stoxx-50        2311,34       -13,21        -0,6%          -2,5 
             Stoxx-600        245,76        -1,67        -0,7%           0,5 
Frankfurt    XETRA-DAX       6401,06       -50,91        -0,8%           8,5 
London       FTSE-100        5437,62       -27,90        -0,5%          -2,3 
Paris        CAC-40          3039,27       -18,72        -0,6%          -3,8 
Amsterdam    AEX              296,24        -1,81        -0,6%          -5,2 
Athen        ATHEX-20         212,35        -9,43        -4,3%         -19,8 
Brüssel      BEL-20          2103,19       -31,36        -1,5%           0,9 
Budapest     BUX            16877,46      -131,86        -0,8%          -0,6 
Helsinki     OMXH-25         1929,24       -33,46        -1,7%          -0,7 
Istanbul     NAT30          68593,06      -410,81        -0,6%          11,2 
Kopenhagen   OMXC-20          439,41        -4,22        -1,0%          12,7 
Lissabon     PSI 20          5078,60       -94,67        -1,9%          -9,3 
Madrid       IBEX-35         6809,40      -108,70        -1,6%         -21,8 
Mailand      FTSE-MIB       13311,36      -349,51        -2,6%         -11,8 
Moskau       RTS             1400,77        -0,96        -0,1%           1,4 
Oslo         OBX              371,83         1,75        +0,5%           4,0 
Prag         PX               876,00       -17,20        -1,9%          -3,9 
Stockholm    OMXS-30          999,22        -5,65        -0,6%           1,2 
Warschau     WIG-20          2111,15       -25,97        -1,2%          -1,6 
Wien         ATX             1909,95       -54,79        -2,8%           1,0 
Zürich       SMI             5865,16       -10,50        -0,2%          -1,2 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Di, 8.45 Uhr  Mo, 18.23 Uhr 
EUR/USD    1,2771  -0,64%        1,2854         1,2844 
EUR/JPY  102,3587  -0,31%      102,6784       102,5797 
EUR/CHF    1,2010  -0,02%        1,2012         1,2010 
USD/JPY   80,1450   0,32%       79,8925        79,8300 
GBP/USD    1,6021  -0,55%        1,6109         1,6118 
 
 
DJG/mpt/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

May 15, 2012 12:45 ET (16:45 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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