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PC-Firma Lenovo steigert Gewinn trotz Gegenwind der Branche rasant

PEKING (Dow Jones)--Der chinesische PC-Hersteller Lenovo hat in seinem gerade abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert und kann ganz im Gegensatz zum Rivalen Dell mit Glanzzahlen brillieren. Die Chinesen steigerten den Nettogewinn in den zwölf Monaten per Ende März um 73 Prozent auf 472,99 Millionen US-Dollar. Lenovos PC-Verkäufe überrundeten den branchenweiten Absatz dabei um Längen und ein Ende ist erst einmal nicht in Sicht: Lenovo sucht nach neuen Geschäftsgelegenheiten auf dem Markt für mobile Geräte.

Die Lenovo Group Ltd ist Chinas größter PC-Produzent und wächst von allen globalen Konkurrenten am schnellsten. US-Wettbewerber wie Dell Inc und Hewlett Packard Co können da nicht mithalten. Dell erwischte gestern einen schwarzen Tag, als das Unternehmen einen unerwartet starken Gewinneinbruch für das erste Quartal von einem Drittel auf 635 Millionen Dollar bekanntgeben musste. Daraufhin stürzte der Aktienkurs empfindlich ab. Und bei HP wird erwartet, dass bald bis zu 30.000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.

Dagegen gewann Lenovo auch im letzten Quartal seines Geschäftsjahres mit einem Plus von 59 Prozent auf 67 Millionen Dollar beim Nettogewinn deutlich hinzu. Den Umsatz steigerten die Chinesen gleichzeitig um 54 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Im vergangenen Monat war der Aktienkurs allerdings auf Sinkflug gegangen. Die Börsianer hatten Sorgen um die globale und die chinesische Wirtschaftsabkühlung umgetrieben. Das Management versucht die Sorgen zu zerstreuen: Auch eine deutliche Konjunktureintrübung im Reich der Mitte hätte keinen bedeutenden Einfluss auf das Unternehmen, das auf 30 Prozent Anteil am chinesischen PC-Markt kommt.

Analysten kritisierten jedoch die sinkende Profitabilität. Im vierten Geschäftsquartal lag die Bruttomarge bei 10,8 Prozent gegenüber 12,3 Prozent in der Vorjahresperiode. Die Profitabilität habe mit dem Größenwachstum nicht zwangsläufig mitgehalten, sagte Analyst Alberto Moel von Bernstein Research.

Während sich Dell und HP von der niedrigmargigen PC-Produktion zunehmend abwenden, setzt Lenovo hier erfolgreich auf die Schwellenländer. Insgesamt hat die PC-Branche derzeit Schlagseite, denn Nutzer motten ihre PCs ein und erwerben Smartphones sowie Tablet-PCs. Ein Trend der scheinbar an Lenovo vorbeigeht: Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 37 Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar.

Die Chinesen treten dabei sehr selbstbewusst auf. Mit dem Wachstum ihrer PC-Lieferungen hätten sie den branchenweiten Trend um das Zehnfache übertroffen, erklären sie in einer Mitteilung stolz. Der Erfolg schlägt sich auch in den Marktanteilen nieder: Hier legte Lenovo um 3 Prozentpunkte zu.

Behält Lenovo sein Expansionstempo bei, steigt das Unternehmen bald zur Nummer 1 unter den PC-Herstellern auf. Von Januar bis März 2012 schossen die Chinesen endgültig an Dell vorbei, 13,1 Prozent aller verkauften PCs stammten aus den Werken von Lenovo. Dell bleibt mit einem Anteil von 11,4 Prozent dahinter zurück. Dem Branchenprimus HP ist Lenovo nun dicht auf den Fersen, auf die US-Amerikaner entfielen 17,7 Prozent aller PC-Verkäufe.

PC-Lieferungen innerhalb Chinas kletterten um 22,7 Prozent, während auf anderen Schwellenmärkten eine Zuwachsrate von 50 Prozent erzielt wurde. Besonders erfreulich entwickelt sich für die Chinesen das Geschäft in Indien und Russland. Auch in den etablierten Ökonomien steht für Lenovo das Zeichen auf Wachstum, der PC-Absatz in den Industriestaaten schoss um 81 Prozent in die Höhe.

Über den Erfolg können sich jetzt auch die Aktionäre freuen: Das Unternehmen verdoppelt seine Dividende. Die Chinesen wollen insgesamt 0,1 Hongkong-Dollar je Aktie ausschütten.

-Von Paul Mozur, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 130, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/axw/sha 

(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2012 06:48 ET (10:48 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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