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Deutlicher Preisanstieg bei Weizen

Vontobel
Deutlicher Preisanstieg bei Weizen

Viele dürften sich bei Ansicht des Weizencharts die Frage stellen, ob die jüngsten Kursbewegungen der Beginn einer Rally am Weizenmarkt sein könnten.

Eigentlich ist die Situation wenig spannend: Nachdem die Preise in den Jahren 2007 und 2008 bis auf 13 USD stiegen reagierten Landwirte auf der ganzen Welt mit einer dauerhaften Vergrößerung der bewirtschafteten Anbauflächen. Somit konnten die Weizenlager aufgefüllt werden, und somit bestand keine unmittelbare Gefahr mehr, dass die Preise wegen einer drohenden Mangelversorgung massiv ansteigen. Der Weizenpreise rutschte im Frühjahr 2010 bis 4,50 USD, erholte sich bis Februar 2011 auf 8,92 USD und korrigiert seither.

Der Kurssprung der zurückliegenden Woche passt nicht so recht in dieses Kursgeschehen. Denn eine Missernte in einem wichtigen Anbaugebiet der Erde zeichnet sich nicht ab, auch wenn sich Berichte häufen über Trockenheit in Osteuropa und Russland. Also muss etwas anderes den Kurssprung ausgelöst haben.

Der Grund könnte in den USA liegen. Denn schließlich bildet der Weizenpreis, von dem in diesem Artikel die Rede ist, das Angebot und die Nachfrage von Weizen an der Chicagoer Warenterminbörse CME ab. Und dort konzentrieren sich die Händler seit Wochen auf einen neuen Trend: Landwirte begannen im vergangenen Jahr, Mais weniger nachzufragen und zunehmend gegen Weizen zu substituieren.

Im gesamten vergangenen Jahr kostete das Speisegetreide Weizen immer rund 1,50 bis 2,00 USD mehr, als der vorwiegend als Futtermittel eingesetzte Mais. Das hatte es jahrzehntelang nicht gegeben. Dann änderte eine Rekordernte nach der anderen diese Relation und Weizen wurde plötzlich rund 30-50 US-Cents günstiger, als Mais.

Futtermittelhersteller nutzten die Chance und stellten auf den Inputfaktor Weizen um, was die Nachfrage beflügelte. Nun könnte Schluss sein mit dieser Substitution: Weizen kostet nach dem Kurssprung in der vergangenen Woche wieder gut einen USD mehr, als Mais. Die hohen Preise von Weizen könnten sich nun erneut negativ auf die Nachfrage der Futtermittelhersteller auswirken, was die Weizenpreise belasten könnte.

Anleger sollten in jedem Fall beachten, das, wie aus diesen Ausführungen deutlich wird, die Entwicklung des Maispreises von einer Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Faktoren abhängt, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.


Index-Zertifikat auf den JPMCCI CBOT Wheat Total Return Index
BasiswertJPMorgan Commodity Curve Index - CBOT Wheat Total Return
WKN / ISINVT1FCJ / DE000VT1FCJ5
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Stand: 24.05.2012

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