London/Athen (BoerseGo.de) - Die Angst vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist groß. Die Nervosität in dem Land steigt. So titelte die Athener Sonntagszeitung "Proto Thema" gestern, die griechische Zentralbank (Bank of Greece) würde heimlich Auslandsüberweisungen verzögern und ein Limit für die täglichen Geldabhebungen der griechischen Bürger planen. "Die Bank von Griechenland dementiert kategorisch diese Veröffentlichung", war die Reaktion am heutigen Montag.
Reuters berichtete unterdessen am Sonntag, dass die Pharmaindustrie eine Notversorgung der Griechen mit Medikamenten für den Fall vorbereite, dass das Land aus der Euro-Zone austrete. Die Pläne würden vorangetrieben, seitdem feststehe, dass es Mitte Juni Neuwahlen in Griechenland geben werde, berief sich Reuters auf Branchenkreise.
Zu der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten bestehe eine moralische Pflicht für die Konzerne mit Zentralen in Europa. Es müsse eine Katastrophe im Gesundheitssektor verhindert werden, sollten Importe für das Land aufgrund einer rapiden Abwertung der wieder eingeführten Drachme zu teuer werden, sagte Simon Friend, Pharmaexperte bei der Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers. "Griechenland ist kein großer Markt, die meisten Pharmaunternehmen können sich das also leisten."
