Washington (BoerseGo.de) - Im Internationalen Währungsfonds (IWF) wird offenbar über einen Rettungsplan für Spanien diskutiert. Wie das "Wall Street Journal" auf seiner Onlineplattform ohne Nennung von Quellen am Donnerstag berichtete, werde in der Europa-Abteilung des Washingtoner Instituts über ein mögliches Darlehen für das krisengeschüttelte Land nachgedacht.
Bei dem geplanten Darlehen handle e sich um einen Kredit in Höhe von bis zu 300 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren. Damit wäre das mehr für die viertgrößte Volkswirtschaft der EU, als Griechenland, Irland und Portugal bislang zusammen bekommen hätten.
Der Bericht wird jedoch dementiert. Sowohl der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos, als auch der IWF bestritten, dass es solche Überlegungen gebe: "Es gibt keinen solchen Plan. Wir haben keine entsprechende Bitte erhalten und unternehmen keine Handlungen in Bezug auf jegliche finanzielle Hilfe", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag nach einem Treffen mit dem spanischen Vize-Präsidenten Soraya Saenz de Santamaria. Das Treffen mit dem Spanier sei "sehr produktiv" verlaufen, fuhr sie fort.
Es sei jedoch Kreisen zufolge völlig normal, solche Pläne vorzubereiten. Man wolle gewappnet sein, falls eine entsprechende Anfrage käme. Außerdem werde sich der IWF am 4. Juni ohnehin mit der wirtschaftlichen Situation Spaniens eingehender befassen.
