(Neu: Schlusskurse)
FRANKFURT/PARIS/LONDON/MADRID (dpa-AFX) - Die europäischen Banken haben einen Rundumschlag von Moody's gegen die Branche am Freitag vergleichsweise gut weggesteckt und am Nachmittag zeitweise von gesenkten Anforderungen der EZB profitiert. Experten begründeten dies damit, dass die Abstufung von 15 Großbanken durch die US-Ratingagentur nicht überraschend gekommen sei. Moody's blickt vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lahmenden US-Wirtschaft mit erhöhter Sorge auf die Bankenwelt. Besonders jene Häuser, die auf den weltweiten Finanzmärkten ein großes Rad drehen, bereiten den Experten Kopfzerbrechen.
Laut Händlern bekamen Bankaktien zeitweise einen Schub von der
Meldung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die
Mindestanforderungen an so genannte "Asset-Backed Securities" (ABS)
- also forderungsbesicherte Wertpapiere - als Sicherheit für Kredite
gesenkt hat. Nachdem sich die Titel der Deutschen Bank
BANKENSEKTOR UNTER FAVORITEN IN EUROPA
Auf europäischer Bühne konnten sich zahlreiche Branchenwerte
dagegen im der Gewinnzone behaupten. Im Stoxx Europe 600 stand der
Teilindex für die Banken
Etliche Börsianer sahen in dem Schritt von Moody's keine Überraschung, was den begrenzten Kurseinfluss erkläre. Bei den europäischen Banken sei im Abstufungs-Zyklus der Boden langsam erreicht, schrieb Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research. Dies sollte der Marktstimmung helfen. Da die Zukunft der Eurozone aber weiterhin sehr ungewiss sei, hält er es noch für zu früh, seine grundsätzliche Bewertung des Sektors zu ändern.
'DISKUSSIONEN UM PROBLEME NEIGEN SICH DEM ENDE ZU'
"Mit dieser Moody's-Entscheidung ist eine Art Endpunkt erreicht", glaubt auch Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Lediglich die Berechnungen der europäischen Bankenaufsicht für die Kapitallücken der Institute stünden noch aus. Die Diskussionen um die Nöte der Banken neigten sich immer weiter dem Ende zu.
Citigroup-Analyst Kinner Lakhani wies darauf hin, dass die
Märkte insbesondere in turbulenten Zeiten dazu neigten, bei den
Finanzierungskosten genauer auf die Kreditwürdigkeit zu schauen.
Dies könne besser bewerteten Banken wie HSBC einen
Wettbewerbsvorteil verschaffen. Diese gehört ebenso wie Barclays und
die französische Societe Generale
Mit Blick auf die Deutsche Bank hielt Analyst Philipp Häßler von Equinet die Abstufung zwar für keine gute Nachricht, allerdings habe sie auch nicht sonderlich überrascht. Die Auswirkungen auf die Gewinne dürften zudem eher gering sein, da die Wichtigkeit der Rating-Agenturen im Verlauf der Krise etwas abgenommen habe. Zudem sei die Bonitätsbeurteilung der Deutschen Bank im Vergleich zu den Wettbewerbern nach wie vor gut. Daher rechne er weder mit Konsequenzen für das Geschäft noch mit deutlich höheren Kreditauflagen für die Bank./gl/mis/tih/stw
ISIN DE0008032004 DE0005140008 GB0031348658 GB0005405286
AXC0242 2012-06-22/18:03
