Von Geoffrey T. Smith
Die Eurogruppe hat für die finanzielle Stützung Zyperns den Internationalen Währungsfonds mit ins Boot geholt und will Geld nur gegen strenge Bedingungen überweisen. Das erklärten die Finanzminister der Eurozone am Nachmittag. Damit scheinen sich die Hoffnungen der Regierung in Nikosia in Luft aufzulösen, die Hilfskredite direkt an die Banken des Landes weiterleiten zu können, ohne enge Daumenschrauben angelegt zu bekommen. Die Entscheidung signalisiert auch, dass die Bemühungen der zypriotischen Führung um Kredite von China und Russland vorerst beendet sein könnten.
IWF-Chefin Christine Lagarde hat das ihr angetragene Mandat angenommen und ist jetzt an der Rettung des vierten Eurolandes beteiligt. "Wir stehen bereit uns an den Anstrengungen unserer europäischer Partner zu beteiligen, damit Zypern auf den Pfad nachhaltigen Wachstums und solider Finanzen zurückkehrt", erklärte Lagarde. Der IWF werde "so schnell wie möglich" Experten in das Land schicken um den Finanzbedarf zu ermitteln. Der Fonds will auch dabei helfen, ein Wirtschaftsprogramm zu entwickeln.
In ihrer Erklärung verzichtete die Eurogruppe darauf, genau zu benennen, über welches der europäischen Finanzvehikel die Mittel fließen sollen. Das Kapital werde entweder vom temporären Rettungsfonds EFSF oder dem dauerhaften ESM kommen, hieß es in der Erklärung. Auf EU-Ebene hofft man, dass der ESM ab 9. Juli einsatzbereit sein wird.
Vertreter Zyperns beziffern den Kapitalbedarf des Inselstaats auf 10 Milliarden Euro. Besondere Probleme bereiten dem Land die stark in Griechenland engagierten Banken. Der Schuldenschnitt auf griechische Staatspapiere hatte tiefe Löcher in die Bilanzen der Institute gerissen.
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June 27, 2012 11:54 ET (15:54 GMT)
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