Die deutschen Staatsanleihen haben ihre
Verluste vom Vortag am Mittwoch vor dem EU-Krisengipfel ausgeweitet.
Auch die Papiere der großen Krisenländer Italien und Spanien blieben
unter Druck. Der für den deutschen Markt richtungweisende
Euro-Bund-Future
Vor dem am Donnerstag startenden Brüsseler EU-Spitzentreffen zur Schuldenkrise sind die Aussichten trübe. Nach der Kritik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel an den Plänen von Ratspräsident Herman Van Rompuy und der Aussage, es gebe "keine Eurobonds, solange ich lebe", stehen die Zeichen auf Konflikt. An den Märkten scheinen die Hoffnungen auf einen großen Wurf bereits weitgehend verflogen zu sein.
Dass die als besonders sicher geltenden deutschen Staatstitel im nervösen Umfeld gemeinsam mit den Papieren aus Italien und Spanien auf den Verkaufszetteln der Anleger stehen, hatten die meisten Analysten in ihren Tagesausblicken jedoch nicht erwartet. Im bisherigen Krisenverlauf hatten sich die Kurse in der Regel entgegengesetzt zueinander entwickelt.
"Bunds geraten unter Druck, weil die Märkte realisieren, dass Deutschland am Ende eine wesentlich höhere Last schultern muss, wenn sich die Krise weiter zuspitzt", sagte Anleihehändler Charles Berry von der Landesbank Baden-Württemberg. Am Vorabend hatte der Rating-Zwerg Egan-Jones die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik von "A+" auf "AA-" abgestuft und mit negativem Ausblick versehen./hbr/he
ISIN DE0009652644
AXC0276 2012-06-27/18:43
