(Neu: Fresenius kauft weitere Rhön-Anteile, Aussage von Rhön-Großaktionär Münch, Schlusskurs Rhön)
BAD HOMBURG/HAMBURG (dpa-AFX) - Die geplante Übernahme des
Rhön-Klinikums
Durch das überraschende Dazwischenfunken von Asklepios lässt sich Fresenius aber nicht von seinem Übernahmeplan abbringen, wie der Konzern in Bad Homburg mitteilte: "Fresenius hat keine Information bezüglich einer konkurrierenden Offerte und ist nicht aufgefordert worden den Angebotspreis zu erhöhen." Die Mitteilung, wonach Asklepios 5,01 Prozent der Rhön-Anteile halte, habe man zur Kenntnis genommen. Über die weiteren Absichten des Konkurrenten sei nichts bekannt.
Nach eigenen Angaben war Fresenius aber knapp zwölf Stunden vor
Ablauf des Angebots noch weit von der selbst gesetzten
90-Prozent-Marke entfernt. Am Mittwochmittag verfügten die Bad
Homburger lediglich über 44,09 Prozent des Grundkapitals. Später
teilte der Dax
RHÖN-AKTIE BÜSST MEHR ALS 12% EIN
An der Börse wurde der Asklepios-Einstieg als Signal für ein Scheitern der Fresenius-Pläne angesehen. Der Kurs der Rhön-Aktie stürzte im zweistelligen Prozentbereich ab und schloss mit einem Minus von etwas mehr als zwölf Prozent. Das Geschäft soll laut Angebot nur zustande kommen, wenn 90 Prozent der Aktien angeboten werden und zudem die Kartellbehörden zustimmen.
Asklepios äußerte sich nicht zu den strategischen Optionen, die sich aus dem millionenschweren Einstieg ergeben. Man wolle sich alle Möglichkeiten offenhalten, erklärte ein Sprecher.
'FTD': MÜNCH BEZWEIFELT LANGFRISTIGE ABSICHT VON ASKLEPIOS
Händler zeigten sich überrascht von dem Schritt. Die Einschätzungen bewegten sich zwischen "destruktiver Verhaltenstaktik" bis "cleverem Schachzug". Während ein von der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX befragter Händler nun davon ausgeht, dass der Zusammenschluss nicht klappen wird, konnte sich ein anderer vorstellen, dass Asklepios die Anteile noch in der Nacht verkaufen könnte. Infrage kämen auch bilaterale Verhandlungen zwischen den Klinik-Konzernen. Rhöns Unternehmensgründer und Großaktionär Eugen Münch bezweifelte in der "Financial Times Deutschland" (Online-Ausgabe) die langfristigen Absichten von Asklepios.
"Uns sind die Absichten unklar", sagte ein Fresenius-Sprecher.
Er wies darauf hin, dass das Erreichen der 90-Prozent-Schwelle noch
möglich sei. Fresenius habe sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat der
Rhön-Klinikum
HINTERGRUND
Alle drei Unternehmen gehören zu den großen privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland, wobei die Fresenius-Tochter Helios zuletzt sowohl in Sachen Umsatz als auch bei der Profitabilität die Nase vorn hatte. Fresenius will beim Zusammenschluss mit Rhön den europaweit größten privaten Krankenhausbetreiber mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro formen. Insgesamt bietet Fresenius 3,1 Milliarden Euro für den fränkischen Konkurrenten. Inklusive einer Nettofinanzverschuldung von rund 800 Millionen Euro wird er mit etwa 3,9 Milliarden Euro bewertet.
Asklepios verfügt bundesweit über 140 Gesundheitseinrichtungen und beschäftigt mehr als 44.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr 2011 wurden über 1,7 Millionen Patienten in Einrichtungen der Asklepios-Gruppe behandelt. Der Konzern machte 2,56 Milliarden Euro Umsatz und 34,5 Millionen Euro Gewinn./ceb/ben/hqs/lin/DP/ck
ISIN DE0008469008 DE0007042301
AXC0295 2012-06-27/20:11
