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MÄRKTE USA/EU-Gipfelbeschlüsse locken Anleger aus der Defensive

Von Claudia Nehrbaß 

Erleichterung über das Ergebnis des EU-Gipfels hat die Anleger am Freitag auch an den US-Märkten risikofreudiger agieren lassen. Aktien und Rohstoffe waren gefragt. Auch der Euro profitierte von den Gipfelbeschlüssen. Gleichzeitig war ein Rückzug aus US-Staatsanleihen zu beobachten.

Der Dow-Jones-Index (DJIA) gewann 2,2 Prozent auf 12.880 Punkte. Der S&P-500 stieg um 2,5 Prozent auf 1.362 Punkte, und der Nasdaq-Composite legte um 3,0 Prozent auf 2.935 Punkte zu. Das Umsatzvolumen lag mit 1,09 (Donnerstag: 0,91) Milliarden Aktien deutlich über dem jüngsten Durchschnitt. Auf 2.690 Kursgewinner kamen 403 -verlierer. Unverändert schlossen 72 Titel.

Auf dem EU-Gipfel verständigten sich die Staats- und Regierungsschefs auf direkte Bankenhilfe für Italien und Spanien, die unter hohen Zinslasten leiden. Zudem soll eine einheitliche Bankenaufsicht für die Eurozone geschaffen werden. In Reaktion auf die Beschlüssen kamen die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen deutlich zurück. Die europäischen Aktienmärkte legten kräftig zu, allen voran die Börsen in Mailand und Madrid.

Die US-Konjunkturdaten des Tages zeigten keine einheitliche Tendenz. Während der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago besser ausgefallen ist als erwartet, schwächelt der für die US-Wirtschaft so wichtige Konsum. Der von der Universität Michigan ermittelte Index des Verbrauchervertrauens sank in der zweiten Umfrage im Juni überraschend deutlich. Daten zu den persönlichen Ausgaben deuten zudem darauf hin, dass sich die US-Bürger beim Geldausgeben zurückhalten.

Neben Aktien waren Rohstoffe gefragt. Der Preis für ein Barrel Leichtöl der Sorte WTI stieg um 9,4 Prozent bzw 7,27 US-Dollar auf 84,96 Dollar. An der ICE gewann Brent-Öl 7,0 Prozent bzw 6,44 Dollar auf 97,80 Dollar, zusätzlich gestützt vom streikbedingten Ausfall norwegischer Öllieferungen. Der Goldpreis kletterte um 3,5 Prozent auf 1.603,50 Dollar. Die Rohstoffpreise profitierten indessen nicht nur von der neuen Zuversicht, dass die Schuldenkrise in der Eurozone überwunden werden kann, sondern auch von der Aufwertung des Euro zum Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete im späten New Yorker Handel 1,2659 Dollar nach 1,2584 Dollar im frühen europäischen Geschäft.

Staatsanleihen wurden dagegen verkauft. Die enttäuschenden Daten zu Verbrauchervertrauen und -ausgaben waren keine Stütze. Die Rendite zehnjähriger US-Treasurys stieg auf 1,65 Prozent. Nach den negativen Erfahrungen mit vergangenen EU-Gipfeln seien die Erwartungen sehr niedrig gewesen, sagte Kevin Flanagan, leitender Fixed-Income-Stratege bei Morgan Stanley Smith Barney. Die positive Überraschung habe die Anleger auf "risk on" schalten lassen.

Die Aktien von Nike brachen um 9,4 Prozent auf 87,75 Dollar ein, nachdem der Sportartikelhersteller am Donnerstag nach Börsenschluss enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt und sich pessimistisch zum Wachstum des China-Geschäfts geäußert hat. Research in Motion hatte ebenfalls schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Der Hersteller des Blackberry hat erstmals seit sieben Jahren ein Quartal operativ mit Verlust abgeschlossen und will 5.000 Arbeitsplätze streichen. Außerdem wird das Betriebssystem Blackberry 10 später als geplant auf den Markt kommen. Der Kurs fiel um 19,1 Prozent auf 7,39 Dollar.

Aktien von Ford ermäßigten sich um 5,0 Prozent auf 9,59 Dollar. Der Automobilhersteller rechnet wegen der schwachen Konjunktur in Europa mit einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal. Optimistischer blickt der Waffenhersteller Smith & Wesson in die Zukunft, dessen Aktienkurs um 20,5 Prozent auf 8,31 Dollar in die Höhe schoss. Das Unternehmen erfreut sich stetiger Absatzsteigerungen. Viele Käufer deckten sich mit Schusswaffen ein, weil sie fürchteten, dass Präsident Obama im Fall seiner Wiederwahl strengere Waffengesetze durchsetzen könnte, kommentierten die Analysten von Wedbush die rasant steigenden Verkaufszahlen.

Constellation Brands verteuerten sich um 24,4 Prozent auf 27,06 Dollar. Das Unternehmen wil das bislang gemeinsam mit der mexikanischen Brauerei Modelo betriebene Unternehmen zum Import und Verkauf der Modelo-Biermarke Corona vollständig übernehmen. Corona ist das meistverkaufte Import-Bier in den USA.

Index                   Schlussstand  Bewegung %  Bewegung abs. 
Dow Jones Industrial       12.880,09       +2,2%        +277,83 
S&P-500                     1.362,16       +2,5%         +33,12 
Nasdaq-Composite            2.935,05       +3,0%         +85,56 
Nasdaq-100                  2.615,72       +3,1%         +79,07 
 
 
DEVISEN   zuletzt   +/- %  Fr,  8.55 Uhr  Do, 17.46 Uhr 
EUR/USD    1,2659   0,59%         1,2584         1,2436 
EUR/JPY  101,1897   1,05%       100,1412        98,6477 
EUR/CHF    1,2014  -0,01%         1,2015         1,2012 
USD/JPY   79,9450   0,48%        79,5655        79,3305 
GBP/USD    1,5672   0,21%         1,5639         1,5507 
 
 

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

DJG/DJN/cln 
 

(END) Dow Jones Newswires

June 29, 2012 16:13 ET (20:13 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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