Von Sven Grundberg
Auf dem heiß umkämpften Handymarkt kämpfen die Hersteller weiter mit harten Bandagen. Dieses Mal treten erneut Nokia und der Blackberry-Hersteller RIM gegeneinander an: Der einstige Handypionier zerrt Research In Motion wegen angeblicher Patentrechtsverletzungen in den USA, Kanada und Großbritannien vor Gericht. Die Finnen wollen dabei erreichen, dass RIM für den Verkauf von Geräten mit WiFi-Übertragungstechnologie Lizenzgebühren an Nokia zahlt.
Nokia und RIM haben eine Lizenzvereinbarung, die Ende 2008 verlängert wurde. Während Nokia behauptet, dass dieser Lizenzvertrag lediglich Patente für die mobilen Übertragungsstandards GSM, WCDMA and CDMA2000 beinhaltet, ist RIM der Auffassung, dass die Vereinbarung auch WLAN- bzw. WiFi-Technologie, also lokale Funknetze, umfasst.
Nokia und RIM beharken sich schon länger: Bereits im Mai dieses Jahres hatte Nokia den Blackberry-Hersteller ebenso wie den Handy-Rivalen HTC in den USA und Deutschland wegen der Verletzung diverser Patente verklagt.
Nokia und RIM gelten als Verlierer des Smartphone-Booms. Auf dem Smartphone-Markt ist Nokia nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner zuletzt auf Platz Sieben abgerutscht. Der einstige Platzhirsch hatte im lukrativen Smartphone-Markt den Anschluss verpasst und ist gegenüber Apple und Samsung immer weiter ins Hintertreffen geraten.
Bei den Kanadiern ging es ebenfalls stetig bergab: Während in den USA vor drei Jahren noch jedes zweite Smartphone ein Blackberry war, ist es heute nach Angaben der Marktforscher von IDS nicht einmal jedes zwanzigste. Beide Unternehmen haben sich radikale Sanierungsprogramme verordnet, um wieder in die Spur zu kommen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/DJN/brb/mgo
(END) Dow Jones Newswires
November 28, 2012 06:53 ET (11:53 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
