Von Andreas Plecko
FRANKFURT--Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat die historische Zinssenkung mit dem Kampf gegen eine drohende Vertiefung der Rezession im Euroraum begründet. "Das Wachstum bleibt schwach und einige der zuvor festgestellten Abwärtsrisiken für den Wachstumsausblick für die Eurozone haben sich eingestellt", sagte der Geldpolitiker bei seiner Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Ratssitzung. Auch habe der Inflationsdruck weiter nachgelassen. Die Zinsentscheidung sei in jeder Hinsicht einstimmig gefallen.
Draghi betonte, die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung sei extrem hoch. Dies laste auf dem Geschäftsklima und dem Vertrauen der Verbraucher. Auch die Spannungen auf den europäischen Finanzmärkten überschattete die wirtschaftlichen Aussichten. Dennoch rechne die EZB im Jahresverlauf weiter mit einer allmählichen Erholung der Konjunktur.
Zuvor hatte der EZB-Rat den Leitzins erstmals in der Geschichte der Währungsunion auf unter 1,00 Prozent gesenkt. Der geldpolitische Schlüsselsatz, zu dem sich die Banken bei der EZB Geld leihen können, wurde um 25 Basispunkte auf ein neues Rekordtief von 0,75 Prozent gedrückt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der Einlagensatz wurde überraschend ebenfalls um 25 Basispunkte auf null reduziert.
Kontakt zum Autor: andreas.plecko@dowjones.com
DJG/apo/smh
(END) Dow Jones Newswires
July 05, 2012 09:15 ET (13:15 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
