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MÄRKTE USA/Monti-Aussagen und Sorgen über Unternehmenszahlen belasten

Von Thomas Rossmann 

Aussagen von Italiens Ministerpräsident Mario Monti und Sorgen bezüglich der anstehenden Berichtssaison haben am Dienstag die Kurse an Wall Street nachgeben lassen. Monti wollte eine Inanspruchnahme von ESM-Hilfen durch das hochverschuldete Land nicht vollständig ausschließen. Damit kehrte die Eurozone-Schuldenkrise wieder verstärkt in das Blickfeld der Investoren zurück. Dies belastete auch den Euro, der auf das jüngste Zweijahrestief bei 1,2235 Dollar zurückfiel. Der Start in die Berichtssaison war zudem durchwachsen und eine ganze Reihe von schlechten Nachrichten verschreckten die Anleger. Während die Ergebnisse von Alcoa nicht ganz so schlimm ausfielen wie befürchtet, überraschte der Chip-Hersteller AMD den Markt mit einer Umsatzwarnung.

Gegen Handelsende bauten die Indizes ihre Verluste noch einmal deutlicher aus und schlossen in der Nähe ihrer Tagestiefs. Der Dow-Jones-Index (DJIA) verlor 0,7 Prozent auf 12.653 Punkte. Der S&P-500 sank um 0,8 Prozent auf 1.341 Punkte und der technologielastige Nasdaq-Composite fiel um 1,0 Prozent auf 2.902 Punkte. Umgesetzt wurden dabei 0,72 (Montag: 0,65). Auf die 1.026 (1.345) Kursgewinner kamen 2.006 (1.699) -verlierer. Unverändert gingen 117 (104) Titel aus der Sitzung.

Vor allem die Aussagen von Italiens Ministerpräsident Monti lasteten auf dem Sentiment. "Es ist zwar gut wenn Italien nicht komplett unter den Rettungsschirm muss, doch jede notwendige Hilfe wird derzeit nicht gut von den Märkten aufgenommen", sagte Paul Zemsky von ING Investment Management. Das Spanien jetzt ein Jahr mehr Zeit zur Rückführung seines übermäßigen Defizits eingeräumt wird, wurde zunächst positiv aufgenommen. "Doch gute Nachrichten aus Europa haben einen immer kürzeren positiven Einfluss auf die Märkte", ergänzte Zemsky.

Die Erholung an den Börsen steht aber ohnehin auf tönernen Füßen. Als nächster wichtiger Baustein für die Bewältigung der Krise steht die Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts über den ESM an, den Europäischen Stabilitätsmechanismus. Hier hat das Gericht einen Zeitpunkt für seine Entscheidung allerdings offen gelassen. Das Treffen der Finanzminister der Eurozone am Vortag blieb dagegen ohne große Überraschungen.

Zusätzliche Unsicherheit kam auch von der nun langsam anlaufenden Berichtssaison. Von einem möglicherweise "schwierigen Monat" sprach Marktstratege David Morrison von GFT mit Blick auf die bevorstehenden Quartalszahlen. "Die Ergebnisse von Alcoa waren nicht gerade großartig und dazu noch die Gewinnwarnungen aus dem Technologiesektor - das führte zu fallenden Kursen", so Robert Verderese von Knight Capital.

Der Dollar legte gegenüber dem Euro weiter zu, da die Investoren weiterhin die europäische Währung als riskant einschätzen. Mit den Monti-Aussagen kam dann zusätzlicher Abgabedruck in der Gemeinschaftswährung auf. Der Euro fiel in der Folge auf das jüngste Zweijahrestief bei 1,2235 Dollar, konnte sich anschließend aber wieder etwas erholen. Im späten US-Geschäft wird der Euro bei 1,2255 Dollar gehandelt.

Die US-Anleihen zeigten sich nach zwischenzeitlichen deutlicheren Aufschlägen in Folge der Monti-Aussagen mit einem leichten Plus. Die Rendite zehnjähriger Papiere lag bei 1,50 Prozent und damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit rund fünf Wochen. Aufgrund der anhaltenden Sorgen bezüglich der Schuldenkrise in der Eurozone würden die Anleger ihr Geld weiter in US-Bonds parken, hieß es von einem Teilnehmer. Die Auktion dreijähriger Notes verlief dagegen unspektakulär. Die Renditen kamen im Vergleich zur vorangegangenen Auktion leicht zurück. Die Zahl der indirekten Gebote, ein Gradmesser für das Interesse ausländischer Investoren, lag mit 30 Prozent dagegen etwas höher.

Der Ölpreis kam von seinen Höchstständen des Vortages wieder zurück, nachdem ein drohender Stopp der Erdölförderung in Norwegen wegen eines Arbeitskampfs in letzter Sekunde abgewendet wurde. Das Barrel der US-Sorte WTI notierte zum Settlement bei 83,91 Dollar, ein Abschlag von 2,4 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung aber auch auf den starken Dollar und die weiter bestehenden Nachfragesorgen. Der starke Greenback belastete auch den Goldpreis. Dieser gab damit die zwischenzeitlichen Gewinne, ausgelöst durch die Erholung des Euro, wieder ab. Aktuell notiert die Feinunze bei 1.567,85 Dollar.

Bei den Einzelwerten fiel die Alcoa-Aktie um 4,1 Prozent. Am Vorabend hatte der Aluminium-Konzern Zweitquartalszahlen ausgewiesen. Dabei waren der bereinigte Gewinn und der Umsatz zwar besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Gleichwohl machten dem Aluminiumhersteller die sinkenden Preise zu schaffen, so dass unbereinigt unter dem Strich ein Verlust stand. So lag der bereinigte Gewinn bei sechs Cent je Aktie und damit einen Cent über der Schätzung der Analysten. Der Umsatz fiel um gut neun Prozent auf 5,96 Milliarden Euro, während hier von den Experten sogar einen Rückgang um zwölf Prozent erwartet worden war.

Die Papiere von AMD brachen um 11,2 Prozent ein. Nach Börsenschluss am Vortag wartete der Chiphersteller mit einer überraschenden Umsatzwarnung auf. Vor allem wegen der schwächeren Nachfrage in China und Europa erwartet der Konzern für das zweite Quartal nun einen Umsatzrückgang um elf Prozent. Zuvor lautete die Prognose noch auf ein Plus von drei Prozent mit einer möglichen Abweichung von bis zu drei Prozentpunkten nach oben oder unten. Ebenfalls unter Druck stand die Aktie von Applied Materials, die 2,7 Prozent verlor. Das Unternehmen hat den Ausblick für das Gesamtjahr nach unten genommen und dies mit der geringeren Nachfrage im Halbleiter-Bereich begründet.

Die Caterpillar-Aktie verlor 3,5 Prozent. Zur Begründung wurde auf die Gewinnwarnung des Motoren-Herstellers Cummins verwiesen. Den Umsatz sieht Cummins für das Gesamtjahr nur noch auf dem Niveau des Vorjahres. Für das zweite Quartal wird ein Umsatz von 4,45 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, während die Analysten mit 5,07 Milliarden Dollar rechnen. Die Cummins-Aktie reduzierte sich um 8,9 Prozent.

Der überraschende Einstieg von Intel bei dem holländischen Spezialkonzern ASML wurde an der Börse nicht honoriert. Die Intel-Aktie gab um 2,3 Prozent nach. Der US-Chiphersteller will bis zu 4,1 Milliarden Dollar für eine Beteiligung an ASML zahlen. Ziel sei die Entwicklung neuer Maschinen zur Herstellung von Computerchips.

INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          12.653,12  -0,65   -83,17 
S&P-500        1.341,47  -0,81   -10,99 
Nasdaq-Comp.   2.902,33  -1,00   -29,44 
Nasdaq-100     2.585,52  -0,95   -24,79 
 
 
Kupon   Laufzeit    Kurs    Veränderung  Rendite  Veränderung 
1/4%     2-jähr.  99 31/32    unv.       0,270%    unv. 
3/8%     3-jähr.  100 1/32    unv.       0,359%    unv. 
3/4%     5-jähr. 100 20/32    unv.       0,622%    unv. 
1%       7-jähr.  100 6/32    + 1/32     0,972%    -0,7 Bp 
1 3/4%  10-jähr.  102 8/32    + 3/32     1,503%    -1,0 Bp 
3%      30-jähr.  108 8/32    +13/32     2,601%    -1,8 Bp 
 
 
DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Di, 8.45 Uhr  Mo, 18.00 Uhr 
EUR/USD   1,2255  -0,31%        1,2293         1,2303 
EUR/JPY  97,3151  -0,26%       97,5717        97,9884 
EUR/CHF   1,2008  -0,01%        1,2010         1,2009 
USD/JPY  79,3980   0,03%       79,3750        79,6550 
GBP/USD   1,5519   0,07%        1,5509         1,5509 
 

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

DJG/DJN/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

July 10, 2012 16:25 ET (20:25 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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