Von Heide Oberhauser-Aslan
Die Chemieindustrie in Deutschland bekommt die Auswirkungen der Schulden- und Bankenkrise und die Rezession in Südeuropa zunehmend zu spüren. Vor allem das Europageschäft bereitet Deutschlands drittgrößter Branche Sorge. In der ersten Jahreshälfte blieb die Chemieproduktion daher mit rund 4 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Weil die Preise wegen gestiegener Rohstoffkosten gleichzeitig um 3 Prozent zulegten, fiel der Umsatz nur leicht um 0,5 Prozent auf 89,2 Milliarden Euro, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilte.
Die Branche geht aber trotz des schwierigen Umfelds davon aus, im Gesamtjahr die Chemieproduktion auf dem Niveau des Vorjahres halten zu können. Dabei soll das schwache Europageschäft durch die Exporte nach Nordamerika und Asien sowie durch den Absatz im deutschen Inland kompensiert werden.
Bei den Erzeugerpreisen erwartet der VCI wegen der anhaltend hohen Rohstoffkosten nun mit einem Anstieg um 2 Prozent gerechnet, bisher waren 1 Prozent prognostiziert worden. Wegen des Preisauftriebs hob der Verband auch die Umsatzprognose 2012 von bisher plus 1 Prozent auf 2 Prozent an.
Obwohl der Optimismus in der Branche stark abgenommen hat, geht Verbandspräsident Klaus Engel davon aus, dass sich in der zweiten Jahreshälfte die Auftriebskräfte allmählich durchsetzen werden.
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July 12, 2012 05:00 ET (09:00 GMT)
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