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MÄRKTE EUROPA/Anleger lassen die Finger von Aktien

Von Benjamin Krieger

Die Vorsicht der Investoren ist an den europäischen Börsen deutlich zu spüren. Wie schon am Dienstag, haben die Kurse den Rückzug angetreten. Der DAX verliert am Mittag 0,6 Prozent auf 6.961 Punkte. Auch auf den Kurstableaus in Madrid, Mailand, London, Paris und Zürich dominiert die Farbe rot. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,5 Prozent auf 2.430 Punkte nach. Kursgewinner muss man unter den Schwergewichten mit der Lupe suchen, am besten halten sich die als defensiv geltenden Sektoren Nahrungsmittel und Versorger.

"Die Anleger warten auf Jackson Hole und auf weitere Hinweise zur Richtung der Geldpolitik", sagt Hiroichi Nishi, Aktienstratege bei Nikko Securities. In Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming beginnt am Freitag das jährliche Treffen internationaler Notenbanken, auf dem US-Notenbankchef Ben Bernanke schon mehrfach eine Lockerung der Geldpolitik ankündigte.

Einen letzten Fingerzeig auf die Rede Bernankes in Jackson Hole könnte am Abend noch das so genannte Beige Book geben. Hierbei handelt es sich um einen monatlichen Bericht der einzelnen Fed-Bezirke in den USA zur Lage der Konjunktur.

Während Aktien also erneut zur Schwäche neigen, steigen die Renditen an den Rentenmärkten. Hierin manifestiert sich die Unsicherheit der Anleger, die sichere Häfen wie deutsche Bundesanleihen suchen. Deren Renditen sinken. Ulrich Wortberg von der Helaba rechnet mit einer Fortsetzung dieses Trends: "Der Ausblick (für Bundesanleihen) bleibt konstruktiv", sagt der Analyst.

Sollte Ben Bernanke in Jackson Hole tatsächlich eine dritte Runde von Wertpapierkäufen in Aussicht stellen, dann dürfte dies den Dollar belasten. Der Euro behauptet denn auch das zuletzt deutlich erhöhte Niveau zur US-Währung von über 1,2550 Dollar.

Streik könnte Lufthansa täglich 50 Millionen Euro kosten

Am deutschen Aktienmarkt drückt der unmittelbar bevorstehende Streik der Kabinenmitarbeiter auf die Lufthansa-Aktie, die um 2,2 Prozent fällt und damit größter Kursverlierer im DAX ist. Flugausfälle könnten die Lufthansa im schlimmsten Fall täglich 50 Millionen Euro an operativem Gewinn kosten, schätzt die Bank equinet.

In Mailand fallen Aktien der Banca Monte dei Paschi di Siena um mehr als sechs Prozent, nachdem sie im Tagestief bereits zweistellig im Minus lagen. Nach einem Milliardenverlust im ersten Halbjahr droht nun eine Verstaatlichung der ältesten Bank der Welt.

Die auf den niedrigsten Stand seit November 2009 gefallenen Eisenerzpreise belasten die Aktien der großen Bergwerksgesellschaften wie Anglo American, Rio Tinto und BHP-Billiton, die zwischen 1,3 und 2,5 Prozent nachgeben. Weltweite Überkapazitäten beim Stahl lasten auf dem Kurs von ThyssenKrupp, der um 1,6 Prozent sinkt. Der Rohstoff-Sektor-Index ist mit einem Abschlag von 1,3 Prozent denn auch der größte Verlierer.

In Paris brechen Papiere von Bouygues um acht Prozent ein. Das Konglomerat aus Baukonzern und Telekomanbieter hat die Gewinnerwartung für das Mobilfunkgeschäft für das laufende Jahr zurückgeschraubt.

INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       2.429,21   -0,53% 
Stoxx-50            2.517,92   -0,38% 
DAX                 6.962,84   -0,57% 
FTSE                5.749,67   -0,45% 
CAC                 3.410,97   -0,60% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future           144,14     +32 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %  Mi,  8.05 Uhr  Di, 17.47 Uhr 
EUR/USD   1,2557   0,01%         1,2556         1,2564 
EUR/JPY  98,6714   0,05%        98,6180        98,6241 
EUR/CHF   1,2012   0,02%         1,2010         1,2009 
USD/JPY  78,5800   0,05%        78,5400        78,5005 
GBP/USD   1,5825   0,06%         1,5816         1,5828 

Kontakt zum Autor: benjamin.kriegerdowjones.com

DJG/bek/gos

(END) Dow Jones Newswires

August 29, 2012 06:33 ET (10:33 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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