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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

=== 

SPRUCH

"Mit den Erleuchteten ist es wie mit den Revolutionären: Sobald sie sich durchgesetzt haben, schränken sie die Existenz von Erleuchtungen und das Recht auf Revolutionen ein" (Ludwig Marcuse)

TAGESTHEMA

Der Austritt Griechenlands aus dem Euro scheint nach Medienberichten vom Wochenende näher zu rücken. Einem Bericht des Spiegel zufolge haben hochrangige Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, dass der IWF nicht mehr bereit sei, weitere Gelder für die Griechenlandhilfe zur Verfügung zu stellen. Finnland und die Niederlande hatten ihre Hilfe für das Land von der Beteiligung des IWF abhängig gemacht. Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat sich "sehr skeptisch" gezeigt, ob die drohende Staatspleite für Griechenland noch abwendbar ist. Es sei wahrscheinlich, dass Griechenland seine Reformauflagen nicht erfüllen werde, sagte der FDP-Minister im ARD-Sommerinterview. Ein Austritt habe aber "längst seinen Schrecken verloren".

AUSBLICK UNTERNEHMEN

07:00 NL/Royal Philips Electronics NV, Ergebnis 2Q, Eindhoven

17:50 FR/Unibail-Rodamco SE, Ergebnis 1H, Paris

AUSBLICK KONJUNKTUR

-EU 
    16:00 Kommission, Index Verbrauchervertrauen Eurozone Juli 
          (Vorabschätzung) 
          PROGNOSE: -20,0 
          zuvor:    -19,8 
 
 

AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN

11:30 DE/Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH, 
          Zuteilung Neuemission 12-monatiger unverzinslicher 
          Schatzanweisungen (Bubills) über 3 Mrd EUR 
 
    14:50 FR/Auktion 13-wöchiger Schatzwechsel im Volumen 
          von 3,5 bis 4 Mrd EUR 
          Auktion 22-wöchiger Schatzwechsel im Volumen 
          von 1,0 bis 1,5 Mrd EUR 
          Auktion 52-wöchiger Schatzwechsel im Volumen 
          von 1,5 bis 2,0 Mrd EUR 
 
 

ÜBERSICHT INDIZES

INDEX                zuletzt      +/- % 
DAX                 6.630,02     -1,90% 
DAX-Future          6.634,00     -1,83% 
XDAX                6.631,41     -1,83% 
MDAX               10.807,07     -0,87% 
TecDAX                768,55     -0,88% 
Euro-Stoxx-50       2.237,33     -2,83% 
Stoxx-50            2.446,45     -1,48% 
Dow-Jones          12.822,57     -0,93% 
S&P-500-Index       1.362,66     -1,01% 
Nasdaq-Comp.        2.925,30     -1,37% 
EUREX                zuletzt    +/- Ticks 
Bund-Future          145,70%     +61 
 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Anleger nahmen an den Aktienmärkten Gewinne mit, nachdem die Euro-Schuldenkrise wieder stärker in den Vordergrund gerückt war. Nervös reagierte der Markt darauf, dass die hochverschuldete spanische Region Valencia die Regierung in Madrid um Hilfe bat und die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatsanleihen vorerst nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren will. Der Euro erlitt deutliche Verluste und markierte zum Dollar ein Zweijahrestief. Die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen erreichten den höchsten Stand seit Einführung des Euro und sendeten damit ein Warnsignal. Die Schuldenkrise macht auch vor den vermeintlich konjunkturstabilen Telekomunternehmen nicht halt. Vodafone hat im ersten Quartal aufgrund der Konzentration auf Europa 7,7 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die Aktie verlor 1,7 Prozent. Andere Aktien des Sektors gaben deutlich stärker nach. Gefragt war Heineken (+0,8 Prozent). Der Getränkekonzern will den Anteil am asiatischen Bierbrauer Asia Pacific Breweries (APB) aufstocken.

DAX/MDAX/TECDAX

Der DAX unterbrach die seit einer Woche andauernde Kursrally. Noch sehen Händler aber keine Trendwende. "Bis zu der Region bei 6.600 Punkten ist noch Luft", meinte Gregor Kuhn von IG Markets. Bankaktien kamen wegen der neuen negativen Nachrichten aus den südlichen Staaten der Eurozone unter Druck. Deutsche Bank sanken um 4,5 Prozent. RWE gaben nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um fast sechs Prozent a nach. Deutsche Telekom (-4,2 Prozent) litten unter den schwachen Vodafone-Geschäftszahlen. Deutsche Post (-1,9 Prozent) hielten sich recht gut, obwohl das Handelsblatt berichtet hatte, die Insolvenz von Neckermann könnte zu einer Abschreibung in einer hohen zweistelligen Millionen-Höhe führen. Die Analysten der DZ Bank rechnen jedoch nicht mit einer Veränderung der Prognose. SAP (-0,8 Prozent) profitierten von den Zahlen von Microsoft und Google, die beide die Schätzungen übertroffen hatten. Kräftige Kursgewinne verbuchten Solarworld (+9,5 Prozent) und SMA-Solar (+12,3 Prozent). Umweltminister Peter Altmaier erwägt ein Antidumpingverfahren gegen China zur Unterstützung der heimischen Solarindustrie.

XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.631 (XETRA-Schluss: 6.630) Punkte

Auch zum Wochenausklang verlief der nachbörsliche Handel nach Aussage eines Händlers von Lang & Schwarz recht ruhig. Die Umsätze seien erneut relativ niedrig gewesen. Die Fresenius-Aktie zeigte sich nach einer am Abend vermeldeten Übernahme in den USA unverändert bei 86,73 Euro. Fresenius Kabi kauft den US-Anbieter von Transfusionstechnologie Fenwal Holdings.

USA / WALL STREET

Schlechte Nachrichten aus Spanien haben zum Wochenausklang an Wall Street für fallende Kurse gesorgt. Belastungsfaktor waren Aussagen der Regierung in Madrid, wonach auch noch im kommenden Jahr mit einer Rezession in Spanien gerechnet wird. Auch hat die Region Valencia die Madrider Zentralregierung um Finanzhilfe gebeten. Als Folge stieg die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen über die kritische Marke von 7 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Zudem wurde bekannt, dass die EZB griechische Staatsanleihen vorerst nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren wird. Vor allem Bankenwerte standen unter Druck. So verloren Bank of America 2,6 Prozent und J.P.Morgan 1,6 Prozent. Microsoft sanken um 1,8 Prozent, nachdem das Unternehmen im vierten Quartal aufgrund einer Abschreibung erstmals in die roten Zahlen gerutscht ist. Das bereinigte Ergebnis lag aber über den Schätzungen der Analysten.

DEVISENMARKT

DEVISEN  zuletzt   +/- %  0.00 Uhr  Fr, 18.10 Uhr 
EUR/USD   1,2116   -0,0%    1,2119         1,2166 
EUR/JPY  94,7161   -0,4%   95,0844        95,4960 
EUR/CHF   1,2010   -0,0%    1,2011         1,2008 
USD/JPY  78,1795   -0,4%   78,4580        78,5000 
GBP/USD   1,5580   -0,2%    1,5607         1,5625 
 
 

Der Euro notiert zum US-Dollar auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Auch zum Yen handelt er auf einem Zwölfjahrestief. Hintergrund sind die Befürchtungen, dass auch Spanien nun doch unter den Rettungsschirm der Eurozone schlüpfen muss. Die Verschuldungskosten Spaniens waren am Freitag auf einen Rekordstand gestiegen, nachdem die Region Valencia um Staatshilfe aus Madrid gebeten hatte. Inzwischen ist auch die Region Murcia hinzugekommen. Zudem hat der spanische Finanzminister die Wachstumsprognose für 2013 gesenkt. Danach verharrt das Land auch im nächsten Jahr in der Rezession.

ROHSTOFFE

ÖL

Sorte/Handelsplatz  aktuell  Vortag (Settlmt)  Bewegung %  Bewegung abs. 
WTI/Nymex            90,53    91,83            -1,4157     -1,30 
Brent/ICE           105,43   103,37            -1,3105     -1,40 

Der Ölpreis der Sorte WTI litt zum Wochenausklang unter dem starken Dollar und verstärkten Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Aufschlägen. Ein Barrel der Sorte WTI notierte zum Settlement bei 91,44 Dollar je Barrel, ein Abschlag von 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag. An den vergangenen sieben Handelstagen hatte der Ölpreis um gut zehn Prozent zugelegt. Aber auch die Sorgen um eine Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone belasteten das Sentiment.

METALLE

Metall              aktuell        Vortag  Bewegung %  Bewegung abs. 
Metall              aktuell        Vortag  Bewegung %  Bewegung abs. 
Gold (Spot)        1.577,86      1.577,95       -0,0%          -0,09 
Silber (Spot)         27,09         27,09       -0,0%          -0,00 
Platin (Spot)      1.399,75      1.410,75       -0,8%         -11,00 
 
 

MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR

FRESENIUS

Fresenius Kabi kauft den US-Anbieter von Transfusionstechnologie Fenwal Holdings. Mit TPG und Maverick Capital sei ein Vertrag zum Erwerb des Unternehmens unterzeichnet worden, gab Fresenius SE am späten Freitagabend bekannt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. 2011 erzielte Fenwal einen Umsatz von 614 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 90 Millionen Dollar.

LEONI

hält an seiner optimistischen Prognose für das laufende Jahr fest. "Ja, für 2012 erwarten wir Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Probst im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FASZ).

SKY DEUTSCHLAND

Sky-CEO Sullivan bleibt zuversichtlich für das 2. Quartal. "Es sieht momentan so aus, also ob entsprechend unserer Prognose das abgelaufene Quartal-Ebitda positiv war", sagte Sullivan im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FASZ).

CREDIT SUISSE

hat nach den Worten ihres Verwaltungsratspräsidenten Ulf Rohner keine Pläne, das Investmentbanking abzuspalten oder zu verkaufen.

GENERAL MOTORS/OPEL

GM will mit mehr Führungskräften aus Detroit seinen Einfluss auf die Konzerntochter Opel stärken und den deutschen Autohersteller "amerikanisieren". Das sagte ein Aufsichtsratsmitglied des Rüsselsheimer Unternehmens der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

PHILIPS

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

July 23, 2012 01:32 ET (05:32 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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