Die Welt spielt weiter verrückt: Weltweit schwache Konjunkturdaten geben derzeit den Aktienmärkten spürbar Auftrieb, und diese Tendenz könnte sich auch in der neuen Handelswoche fortsetzen. Börsenexperten zufolge setzen die Investoren am deutschen Markt, aber auch in Europa und den USA darauf, dass die Daten schwach genug sind, um die Notenbanken dazu zu bewegen, die Geldhähne weiter aufzudrehen.
Zusätzlich könnte der Start der Berichtssaison weitere Aufwärtsimpulse bringen. Die Eurokrise ist zugleich in den Hintergrund gerückt und dürfte dies bis zum 12. September auch bleiben, wie Hans Bernecker, der Herausgeber des Bernecker-Börsenbriefs, vermutet. Dann aber wird wohl alle Welt mit Spannung die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM und den europäischen Fiskalpakt aufnehmen.
BERNECKER: 'DIE RALLY NÄHRT DIE RALLY'
Zurzeit aber richten sich die Hoffnungen der Investoren weiter
in erster Linie auf die US-Notenbank Fed und die chinesische
People's Bank of China, von denen sie baldige Stützungseingriffe für
die Wirtschaft erwarten. Der Dax
Dass zudem häufig noch "die Rally die Rally nährt", könnte laut
Hans Bernecker die unmittelbare Tendenz zusätzlich stützten, da noch
immer viele Marktteilnehmer nicht investiert seien und den Kursen
hinterher liefen. Dem MDax
Charttechnisch betrachtet sieht es jedenfalls laut Experten
trotz der zunächst wachsenden Wahrscheinlichkeit einer kurzzeitigen
Gegenbewegung aktuell gut aus für den deutschen Leitindex. Von
dieser Warte aus gesehen habe der Dax sein Jahreshoch von 7.194
Punkten ins Visier genommen, während beim EuroStoxx 50
Für die Lage am Rentenmarkt spiele dagegen weiterhin das
Euro-Tief der Staatsschuldenkrise eine entscheidende Rolle. Aktuell
überwögen die Sorgen um den Kapitalerhalt, so dass Investoren für
Anleihen mit hoher Kreditwürdigkeit sogar negative Realzinsen
akzeptierten, wovon zuletzt sogar Belgien profitiert habe, schrieb
Helaba-Analystin Windt. Besorgniserregend seien zugleich weiterhin
die hohen Rendite-Niveaus für spanische und italienische Anleihen,
so dass feststellbar sei, dass sich der europäische Rentenmarkt
immer mehr in einen Kern und eine Peripherie aufteile. Auch für den
Kurs des Euro
NEBEN US-BIP RÜCKT IFO IN DEN FOKUS
Während zu den spannendsten Konjunkturdaten in der neuen Woche neben dem US-BIP die US-Auftragseingänge für langlebige Güter am Donnerstag zählen, rückt für Deutschland wieder der Ifo-Geschäftsklima-Index in den Fokus. Er dürfte nach Einschätzung der Helaba im Juli erneut rückläufig gewesen sein. "Die nicht enden wollenden Wirrungen der europäischen Staatsschuldenkrise und ihre gefährlichen Ausstrahlungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft legen sich wie Mehltau auch auf die Stimmung der weit überwiegend gesunden und robusten deutschen Unternehmen", kommentierte entsprechend der NordLB-Volkswirt Bernd Krampen.
Zu den wichtigsten Unternehmen, die ihre Quartalsberichte
vorlegen, gehören die Autobauer Daimler
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---
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AXC0171 2012-07-20/16:52
