Von Natali Schwab
Abschreibungen haben den Pharmagroßhändler Celesio im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Netto stand in den ersten sechs Monaten ein Verlust von knapp 184 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt schrieb Celesio 228 Millionen Euro auf zum Verkauf stehende Aktivitäten sowie bereits veräußerte Geschäfte ab.
Operativ sieht sich das Unternehmen hingegen auf Kurs: Das Restrukturierungsprogramm trägt erste Früchte. So stieg die für Celesio entscheidende Kennziffer, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im fortgeführten Geschäft, um 10 Prozent auf 284 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 1,8 Prozent auf knapp 11,3 Milliarden Euro.
Dazu bei trug ein gutes Apothekengeschäft in Großbritannien, Norwegen und Schweden. Im Großhandel konnte die gute Entwicklung in Deutschland und Brasilien Schwächen in Frankreich und Großbritannien allerdings nicht ausgleichen. Positiv auf die Marge wirkten sich Einsparungen aus.
Celesio befindet sich im Umbruch. Der Konzern konzentriert sich auf seine zwei Kerngeschäftsfelder, die Apotheken und den Großhandel. Nicht zur Strategie passende Aktivitäten wurden entweder bereits verkauft - wie die Dienstleister Movianto und Pharmexx - oder sollen bis Jahresende veräußert werden. Dazu zählen die Versandhandelsapotheke DocMorris oder der Großhandel in Irland. Bei einem weiteren Verkaufskandidaten meldete Celesio nun Vollzug: Die Groß- und Einzelhandelsaktivitäten in Tschechien werden für 84,5 Millionen Euro an die Investorengruppe Penta verkauft.
Für Celesio sind die Verkäufe insgesamt ein Verlustgeschäft: Die Hoffnungen, die der Konzern einstmals in die Übernahmen von DocMorris, Movianto und Pharmexx gesteckt hat, haben sich nie erfüllt. "Für einige der Unternehmen wurden seinerzeit Preise gezahlt, die in hohem Maße auf strategischen Erwartungen basierten", kommentierte Finanzvorstand Marion Helmes daher die Notwendigkeit der Abschreibungen. "Die ursprünglichen Preise lassen sich im heutigen Marktumfeld und aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung der Gesellschaften nicht mehr erzielen. Deshalb mussten wir jetzt auf alle zur Veräußerung bestimmten Unternehmen die notwendig gewordenen Wertberichtigungen vornehmen."
Mit den 228 Millionen Euro ist der Abschreibungsbedarf aus heutiger Sicht jedoch gedeckt. Celesio habe in der "Halbjahresbilanz klar Schiff gemacht", sagte Vorstandsvorsitzender Markus Pinger.
Auch die Kosten für das Restrukturierungsprogramm sind nun weitgehend abgedeckt. 30 Millionen Euro verbuchte Celesio im ersten Halbjahr hier.
Die Prognose für 2012 bekräftigte das Unternehmen. Im fortgeführten Geschäft will Celesio mindestens den entsprechenden Wert aus dem Vorjahr von 550 Millionen Euro erreichen.
Kontakt zum Autor: natali.schwab@dowjones.com
DJG/nas/jhe
(END) Dow Jones Newswires
August 14, 2012 01:00 ET (05:00 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
