Der US-Aktienmarkt konnte sich am Freitag bis in die Nachmittagsstunden hinein relativ freundlich entwickeln. Gegen Handelsende gerieten die großen Indizes dann aber unter Druck, so dass von den vorherigen Kursgewinnen kaum noch etwas übrig blieb. Zum einen belasteten die Rohölnotierungen, die am frühen Abend wieder über 65 Dollar pro Barrel kletterten, nachdem ein Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff in Jordanien stattgefunden hatte. Auf dem Dow Jones Index lagen wie Blei die Titel des Pharmakonzerns Merck & Co. Dieser war in einem Prozess um das Schmerzmittel Vioxx für den Tod eines Mannes verantwortlich gemacht und zu einer Strafe von über 250 Millionen Dollar verurteilt worden. Merck stehen wegen Vioxx noch Tausende ähnlicher Klagen bevor.
Die großen Standardtitel tendierten hingegen eher nach oben. Die Umsätze blieben trotz des Auslaufens zahlreicher Optionen relativ gering, wofür das herannahende Wochenende und die Sommerferien verantwortlich gemacht wurden. Verschiedene Anleger nutzten die in der abgelaufenen Woche zurückgekommenen Notierungen zu neuen Käufen, entschieden sich dann aber in der zweiten Handelshälfte zu Gewinnmitnahmen.
Der Dow Jones Index konnte sich mit einem Aufschlag von 0,04 Prozent auf 10.559 Zähler ins Plus retten. Der breitere S&P 500 Index gewann 0,06 Prozent auf 1220 Punkte hinzu, während der Nasdaq Composite 0,02 Prozent auf 2136 Stellen abgab.
Die Titel von Merck & Co sackten um 7,73 Prozent auf 28,06 Dollar ab. Coca-Cola zogen dagegen um 1,98 Prozent auf 44,39 Dollar an, nachdem die UBS das Papier als Turnaround-Kandidaten bezeichnet und auf „buy“ aufgestuft hatte. Caterpillar profitierten von einer neuen Kooperation in China und schoben sich um 3,14 Prozent nach oben auf 54,82 Dollar. IBM gewannen nach einem positiven Kommentar von Prudential 1,98 Prozent auf 82,76 Dollar hinzu. Die Papiere des Autozulieferers Delphi sprangen nach einem Upgrade von Lehman Brothers um 7,43 Prozent nach oben auf 6,36 Dollar.
Der Euro fiel um 0,04 Prozent auf 1,2171 Dollar. Der September-Leichtöl-Kontrakt stieg um 2,08 auf 65,35 Dollar pro Barrel; Dezember-Gold verlor 2,50 auf 442,20 Dollar pro Unze.
