Die UN-Vorwürfe gegen dutzende deutscher Firmen, sie hätten Schmiergelder an den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein gezahlt, hat die deutsche Justiz auf den Plan gerufen. Der im Internet veröffentlichte UN-Bericht werde von der Staatsanwaltschaft Stuttgart "aktiv" geprüft, teilte ein Sprecherin der Behörde am Sonntag auf Anfrage mit. Konkrete Ermittlungen gegen Unternehmen gebe es aber im Moment nicht.
Zuvor war der Ruf nach rechtlichen Konsequenzen laut geworden. Der Vorsitzende der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International in Deutschland, Hansjörg Elshorst, hatte der Rundfunkagentur dpa/Rufa gesagt, wenn bei den Ermittlungen der Nachweis für die Zahlung von Schmiergeldern erbracht werde, dann müssten die jeweiligen Manager "strafrechtlich belangt" werden. Dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag) sagte Elshorst, es handele sich um den "größten Skandal der vergangenen Jahrzehnte". Er hoffe, dass es zu Gerichtsverfahren komme.
Die Vorwürfe gegen weltweit mehr als 2200 Unternehmen, darunter
auch Siemens
Siemens in München hat die Vorwürfe, die sich gegen die Tochterunternehmen Siemens Frankreich, Siemens Türkei sowie gegen Osram Middle-East richteten, bereits zurückgewiesen. DaimlerChrysler wollte unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der US- Börsenaufsicht und des amerikanischen Justizministeriums vorerst keine Stellungnahme abgeben. Die Medizintechnik-Firma Fresenius Medical Care räumte dagegen nach einem Zeitungsbericht irreguläre Zahlungen an das Saddam-Regime ein./vs/DP/tav
ISIN DE0007100000 DE0007236101
AXC0027 2005-10-30/18:09
