Bei der neuen Verhandlungsrunde über einen
Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten des vor der Schließung
stehenden Infineon-Werks
Die Tarifpartner hatten am Nachmittag bei München ihre Gespräche fortgesetzt, bis zum Abend jedoch ohne abschließendes Ergebnis. Das Werk beschäftigt 800 Mitarbeiter. Es wird seit einer Woche bestreikt. In dem Sozialtarifvertrag sollen die Abfindungen und die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft festgelegt werden.
BEIDE 'AN LÖSUNG INTERESSIERT'
"Beide Seiten sind an einer Lösung interessiert", sagte Hörmann. Er gehe deshalb davon aus, dass sich die Unklarheiten und strittigen Punkte beseitigen ließen. Im Falle einer Einigung könne möglicherweise bereits an diesem Montag die Urabstimmung über eine Ende des Streiks starten, sagte Hörmann. Andernfalls werde weitergestreikt.
Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten bereits am Donnerstag und Freitag bis tief in die Nacht Gespräche geführt und dabei Eckpunkte erarbeitet, auf deren Grundlage nun weiterverhandelt werden soll. Nach den Worten des bayerischen IG Metall-Chefs Werner Neugebauer sollten demnach 615 statt wie ursprünglich geplant 800 Beschäftigte den Job verlieren.
Für 80 bis 90 Arbeitnehmer sollte eine Weiterbeschäftigung gefunden werden, etwa ebenso viele sollten in Altersteilzeit gehen, sagte Neugebauer am Samstag in Nürnberg. Die Abfindungen sollten nach der Formel "Monatseinkommen multipliziert mit 1,32" berechnet werden. Der Betrag sollte auf maximal 101.000 Euro begrenzt werden./sd/DP/tav
ISIN DE0006231004
AXC0030 2005-10-30/19:46
