Der weltweit größte Erdgasproduzent Gazprom
Präsident Wladimir Putin hat mit dem Konzern "Gasowaja Promyschlennost" (Gasindustrie, kurz: Gazprom) Großes vor. Seit kurzem hält der Staat wieder die Kontrollmehrheit am Unternehmen. Im russischen Erdölsektor soll Gazprom ebenfalls durch Zukäufe die Nummer 1 werden. Doch der Kreml will noch mehr: Mit der Ostsee- Pipeline Richtung Deutschland soll der russische Konzern Zugriff auf die Versorgungsnetze in Westeuropa bekommen, um seine Vormachtstellung weiter auszubauen.
Obwohl Gazprom jährlich etwa 140 Milliarden Kubikmeter Gas zu Weltmarktpreisen an den Westen verkauft, steht der Energieriese tief in der Kreide. Der Konzern gibt den garantierten Niedrigpreisen für Energie in Russland die Schuld. Minderheitsaktionäre prangern dagegen Vetternwirtschaft und Unterschlagung im Konzern an.
Der Großkonzern ging aus dem sowjetischen Energieministerium hervor. Bis zum Amtsantritt Putins im Jahr 2000 herrschte der Oligarch Rem Wjachirew, ein ehemaliger Vize-Gasminister, wie ein König über das Gazprom-Reich. Putin schickte Wjachirew in den Ruhestand und machte seinen treuen Gefolgsmann aus St. Petersburger Zeiten, Alexej Miller, zum Vorstandsvorsitzenden. Putin wird nachgesagt, er erwäge, nach seinem laut Verfassung letzten Jahr im Amt 2008 selbst bei Gazprom das Ruder in die Hand zu nehmen.
Deutschland ist seit Jahrzehnten wichtigster Abnehmer für Gas
aus Russland. Die E.ON-Tochter
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AXC0040 2005-12-11/18:57
