Ulm (ots) - Wirkt sich die Fußball-WM in Deutschland schon auf das Investitions-Klima aus? Fast könnte man es meinen: Bosch investiert 550 Millionen Euro in die Chip-Produktion. Und zwar nicht im fernen oder nahen Osten, sondern in Reutlingen. Das ist vor einer Studie des Europäischen Halbleiterverbands umso bemerkenswerter: Eine heute gebaute Chipfabrik in China, Korea oder Malaysia würde doppelt so viel Gewinn abwerfen wie in Deutschland. Bosch hat Gründe für diese Entscheidung. Automobil-Elektronik ist mit Steigerungsraten von zehn Prozent pro Jahr ein Wachstumsmarkt. Die Reutlinger Halbleiter- und Mikromechanik-Chips sind für das "zentrale Nervensystem" im Fahrzeug wie ABS und Airbag verantwortlich - und müssen entsprechend hochwertig sein. Andere Märkte der Informationstechnologie stehen nun offen. Darüber hinaus kann der größte Autozulieferer der Welt viele der 620 Angestellten eines anderen Werkes in Reutlingen weiter beschäftigen. Die dort Betroffenen leisten ihren Beitrag mit flexiblen Arbeitszeiten an 350 Tagen im Jahr. Noch im April hatte Bosch-Chef Franz Fehrenbach gedroht, notfalls irgendwo auf der Welt ein Werk zu bauen oder ein Unternehmen zu kaufen. Die Entscheidung sollte Vorbild sein: Es gibt gute Gründe, Deutschland die Treue zu halten. Die US-Chips-Giganten Intel und AMD machen dies im Osten des Landes schon lange vor.
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