In einem Prozess um betrügerisches Anklicken von Online-Einkaufsseiten hat sich das Internetportal Yahoo <YHOO.NAS> <YHO.FSE> mit seinen Werbekunden in den USA auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Yahoo werde bereits geleistete Zahlungen an Tausende von Werbekunden zurückerstatten, teilte das Unternehmen mit. Außerdem würden Anwaltskosten in Höhe von 4,95 Millionen Dollar übernommen. Die Einigung erhielt am Mittwochabend die vorläufige Zustimmung des US-Bezirksgerichtes in Los Angeles.
Gegenstand der Sammelklage war der Yahoo-Online-Verkehr von Januar 2004 bis März 2006. Yahoo geht davon aus, dass nur ein geringer Teil der in diesem Zeitraum erzielten Werbeeinnahmen in Höhe von 9,1 Milliarden Dollar zurückerstattet werden muss. In einem ähnlichen Verfahren hatte ein Gericht im US-Bundesstaat Arkansas den Internet-Suchdienst Google <GOOG.NAS> <GGQ1.ETR> dazu verurteilt, von seinen seit 2001 erzielten Werbeeinnahmen in Höhe von 13,3 Milliarden US-Dollar höchstens 90 Millionen zurückzuzahlen. Im Gegensatz zu Google wurde die Höhe der Wiedererstattungen bei Yahoo allerdings nicht nach oben begrenzt.
STUDIE: 12% DER WERBEBANNER-KLICKS SIND BETRUG
Die Kläger hatten damit argumentiert, dass Yahoo von dem Anklicken der Online-Einkaufsseiten zu Unrecht profitiert habe. Dabei geht es darum, dass den Kunden das Aufrufen ihrer Webseiten in Rechnung gestellt wird, auch wenn die Urheber nur Spaßvögel oder Unruhestifter sind, die nicht das mindeste Interesse am Kauf der angebotenen Waren haben.
Eine jüngst veröffentlichte Umfrage unter 1.000 Unternehmen, die online werben, ergab, dass etwa 12 Prozent aller Klicks auf Werbebanner bei Yahoo oder Google betrügerischen Charakters sind. Andere Studien gehen von 30 Prozent aus - eine Quote, die von Yahoo und Google aber energisch bestritten wird./FX/jb/fn/kro
ISIN US9843321061 US38259P5089
AXC0033 2006-06-29/09:18


