Die Postbank
"Um unsere Wachstumsmöglichkeiten in den nächsten Jahren ist mir
überhaupt nicht bange - im Gegenteil." Die seit September im DAX
SPARTEN
Die Postbank wolle in allen Sparten wachsen, allerdings ohne dass sich ein Bereich auf Kosten eines anderen verbessere, sagte von Schimmelmann. Ziel sei es, Deutschlands Nummer eins im Retailbanking zu werden - nicht nur bei der Kundenzahl. Beim Baufinanzneugeschäft wolle er mittelfristig den Marktanteil von jetzt 7,5 auf zehn Prozent steigern, im Bereich Bausparen solle er beim Neugeschäft von 11,6 auf bis zu 15 Prozent wachsen. Der Sparmarkt, in dem die Postbank derzeit beim Neugeschäft einen Marktanteil von 5,2 Prozent hält, zeige künftig eine deutlich größere Vielfalt als nur das klassische Sparkonto.
Hier wolle die Postbank durch neue Produkte punkten und gleichzeitig die Margen halten. Schlichtes Marktanteilsdenken sei nicht angesagt. "Wenn der Markt verrückt spielt und es Konditionen gibt, die kaum noch Margen zulassen, dann ist das für eine Bank wie die Postbank, die einen Einlagenüberhang hat, nicht sinnvoll, mitzumachen."
FOKUS: PRODUKTVERKAUF AN BESTEHENDE KUNDEN
Im Vordergrund der künftigen Wachstumsstrategie stehe der Produktverkauf an den bestehenden Kundenstamm, betonte der Postbank-Chef. Die Postbank betreut nach den Übernahmen insgesamt 14,6 Millionen Kunden. "Die mit Abstand größte Möglichkeit für die Postbank besteht im Ausschöpfen des enormen Potenzials durch die Filialen und BHW." Die Vertriebsmannschaft aus über 8.000 kundenbezogenen Mitarbeitern in den Filialen und über 4.000 Finanzberater im mobilen Vertrieb sei im kommenden Jahr voll funktionsfähig und effektiv. "Wir haben dann den mit Abstand größten Vertrieb aller Retailbanken in Deutschland."
In Teilbereichen wolle die Postbank auch durch Zukäufe wachsen. "Wir werden uns sicher keine große Bank im Ausland kaufen", sagte von Schimmelmann. Er wolle aber etwa im Zahlungsverkehr, Online-Banking oder im mobilen Vertrieb seine Marktchancen nutzen - auch im Ausland.
Beim so genannten Transaction Banking dürfte das Interesse für Kooperationen auch bei europäischen Banken aufgrund des sich bildenden einheitlichen Zahlungsverkehrsraums SEPA steigen. Die Postbank wickelt seit 2004 neben ihrem eigenen den Großteil des Zahlungsverkehrs der Deutschen Bank und der Allianz-Tochter Dresdner Bank ab. Anfang 2007 kommt die UniCredit-Tochter HVB als Kunde hinzu.
KREDITFABRIK IM AUFBAU
Ein Ziel der "Bankfabrik" sei es, Mitarbeiter, deren Tätigkeitsgebiete wegen der ständigen Effizienzverbesserungen wegfallen, weiter in der eigenen Gruppe ertragreich beschäftigen zu können. "Wir können einen Großteil unseres Personalüberhangs ohne Sozialplankosten und personelle Härten auf diese Weise auffangen", betonte von Schimmelmann. Von den gut 2.000 Mitarbeitern seien 800 von der Postbank gekommen.
Auf Hochtouren laufe derzeit auch der Aufbau der "Kreditfabrik" in Hameln. Anfang Oktober sei der komplette Umbau der Kreditbearbeitung über die Bühne gegangen. Bereits 2008 will die Postbank in Hameln nicht nur sämtliche Baufinanzierungsdarlehen der Postbankgruppe, sondern auch Kredite zusätzlicher Mandanten abwickeln. Das bestehende Drittkundengeschäft könne und solle ausgebaut werden, sobald die Effizienzziele erreicht seien.
Von Schimmelmann geht davon aus, dass die Mitarbeiterzahl in der Gruppe 2006 und 2007 um insgesamt 1.200 Stellen zurückgehen wird. Er will dabei jedoch wie bisher ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. 700 Mitarbeitern hätten bereits Vereinbarungen über vorzeitigen Ruhestand oder Abfindung mit der Bank getroffen./sb/zb/sbi
ISIN DE0005552004 DE0008001009
AXC0006 2006-10-15/11:05
