Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat sich für eine Begrenzung der "Ein-Euro-Jobs" ausgesprochen. Diese würden bei den Betroffenen "den Antrieb schwächen, sich um eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bemühen", zitiert das Magazin "Focus" aus einem Schreiben des Ministers an die Abgeordneten der Regierungskoalition.
Auch Kombilöhne "sollten kritisch daraufhin überprüft werden, dass sie den Vorrang der Erwerbstätigkeit nicht aushebeln", mahnt Glos. An erster Stelle müsse ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit stehen, "erst an zweiter Stelle" eine Ergänzung durch Transferzahlungen des Staates. Eine ähnliche Position vertritt Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD).
Eine "Gettoisierung" von Personen auf dem subventionierten Arbeitsmarkt sei ein Weg, "der den betroffenen Menschen mehr schadet als hilft", kritisiert Glos dagegen Überlegungen Münteferings, bis zu 600 000 schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose auf Dauer in öffentlich bezuschusste Beschäftigung ("dritter Arbeitsmarkt") zu bringen. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bekräftigte seinen Vorstoß, Langzeitarbeitslosen durch den Einsatz als Fahrgastbegleiter im öffentlichen Nahverkehr dauerhafte Jobs zu verschaffen./vs/DP/he
AXC0034 2006-10-29/16:39
